Bodytalk

2022, 3:40 min

Ausgangpunkt dieser Arbeit war ein Bericht im Radio über einen neuen Meilenstein in der Entwicklung von Künstlicher Intelligenz. Es sei Forschern erstmal gelungen eine KI zu entwickeln, die im Pokern gegen fünf reale Profispieler gewonnen hat.

Das Besondere beim Pokern ist die Komplexität der Strategieberechnung, weil – anders als beispielsweise beim Schach – die Informationen unvollständig sind (verdecktes Blatt) und die Gegner unberechenbar handeln (Veschleiern des eigenen Blattes und ständiger Strategiewechsel als Reaktion auf Gegenspieler). Gleichzeitig muss auch die KI den Gegner täuschen um zu siegen.
Alles in Allem fordert dies der KI besondere Fähigkeiten ab, die sie auf die nächste Evolutionsstufe katapultieren.

In dieser Arbeit philosophiert eine künstliche Stimme über Sprache als conditio humana und kommt zu einer überraschenden Schlussfolgerung. Denn tatsächlich ist es die KI, die hier spricht, und der Mensch, der „körperlich“ ist.

Tänzer: Dominic Feistmantl

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Kunstpreisträgerinnen 2022

„Die Medien von Erika Kassnel-Henneberg sind Collage, Fotografie und Video. Die Inhalte ihrer Arbeiten kreisen um eigene wie gefundene Erinnerungen und deren künstlerische Reflexion. Im Mittelpunkt ihres Interesses steht stets der Mensch mit seiner subjektiven Wahrnehmung und seiner Fähigkeit sich zu erinnern, zu vergessen, zu assoziieren und bewusst oder unbewusst seine je eigene Utopie zu erschaffen. Dabei charakterisiert die Künstlerin das Vergessen als eine Fähigkeit, nicht als Manko. Diesen ihr eigenen Ansatz bettet sie zugleich in eine erweiterte, existenzielle Fragestellung ein. „Heute wissen wir, dass Erinnerung weder wahr, noch objektiv, noch vollständig ist. Wir legen Spuren, sammeln Dokumente und Fotografien, und archivieren diese. Ich sehe darin einen existenziellen Zweifel: Wer bin ich wirklich, wenn ich meinem und dem Gedächtnis anderer nicht trauen kann? Wenn ich keine Spuren hinterlasse, habe ich dann jemals existiert?“

Schon in ihren früheren Collagearbeiten, die von hoher ästhetischer Qualität sind, und von sensiblem Umgang mit den verwendeten Materialien zeugen, spiegelt sich die Auseinandersetzung mit der eigenen Geschichte wieder. Als Betrachtende finden wir in diesen aus Zeichnung, Frottage, diversen Papieren, Fotos und Wachs zusammengefügten künstlerischen Bildern immer wieder ein grundsätzliches Nachdenken über das Wesen von Erinnerung. Dies zeigt sich auch in den Polaroids der Künstlerin, die eine konzentrierte, eigene Werkgruppe darstellen. Technische Beobachtungen (z.B. des „Rauschens“ als einer physikalischen Größe) schlagen sich hier in eigenen ästhetischen Entwürfen nieder: „Die Polaroidkamera macht Erinnerung sichtbar. Sie hat einen subjektiven und fehlerhaften Blick auf die Welt. In ihr rauscht die Gegenwart und hinterlässt einen vagen Blick auf Vergangenes“. Diesen finden wir auch in den experimentellen Videoarbeiten, die bei aller technischen Raffinesse manchmal fast wie bewegte, verblichene Bilder aus einem Familienalbum vergangener Tage wirken. All das zusammen ergibt einen homogenen künstlerischen Gesamtentwurf, der mit dem äußerst gewissenhaft aufgebauten CV in der Bewerbungsschrift der Künstlerin überzeugend in Einklang steht.“

Auszug aus der Begründung der Jury zur Kunstpreisverleihung 2022 am 26.09.2022

Imajitari – Intern. Dance Film Festival

Die Vorführung findet vom 29. September bis 2. Oktober 2022 im Kineforum – Taman Ismail Marzuki, Jakarta / IDN statt.

Im Rahmen des Wettbewerbs werden die besten 6 Werke von der Jury ausgewählt.

imajitari

Vielfalt ist unvermeidlich, vor allem im Kontext der immer komplexeren soziokulturellen Entwicklung der heutigen Gesellschaft, die sich auch auf die größere Vielfalt von Tanzfilmen in verschiedenen Sprachen auswirkt. Im Jahr 2022 wurden bei IMAJITARI rund 1.000 Werke aus mehr als einem Dutzend Ländern der Welt eingereicht, was die Räumlichkeit der Tanzfilmpraxis verdeutlicht, die nicht mehr zentralisiert ist.

Imajitari Festival Komitee
Einreichungeninsgesamt1145
Amerika315
Europa373
Asien377
Afrika76
Fun Facts aus: Program Book Imajitari 2022

ich.bin.MUM

2022, Animation, 5:57 min

Es klingt wie die englische Kurzform von Mutter, jedoch handelt es sich hierbei um Googles neue KI Multitask Unified Model, die seit 2021 konsequent lernt, welche Absichten hinter unseren Fragen stecken, egal welche Sprache wir sprechen. Dadurch kann sie noch schneller und päziser antworten. MUM weiß was wir wollen. Wir können sie alles fragen.

Ein organisches Etwas, einem Auge ähnlich, scannt die Umgebung wie eine Überwachungskamera. Es ist MUM. Ihr gegenübergestellt ist eine echte Mutter. Sind wir uns ähnlich? Mit jeder Suchanfrage lernt sie uns besser zu verstehen. Weiß sie bald mehr über uns als wir über uns selbst? Was ist sie? Mutter oder Monster?

„Insgeheim sind wir alle nur auf der Suche nach einer übergeordneten Instanz.

Irgendjemand, der uns sagt, was, verdammt noch mal, wir tun sollen.“

Süddeutsche Zeitung, Update für die Übermutter vom 29.8.2021
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ARTMUC 2022

Teilnahme an der diesjähigen ARTMUC am Stand der GEDOK München

7. bis 9. Oktober 2022

MTC World of Fashion
Ingolstädter Straße 45
80806 München

Homunculus

2022, Animation, 6:35 min

Der Begriff Homunculus (= lat. „Menschlein“) bezeichnet einen künstlich erschaffenen Menschen – und steht für den Menschheitstraum, ein Wesen nach eigener Vorstellung konstruieren bzw. designen zu können, und zwar mit Hilfe neuester Technik. Literarisch wurde diese Idee bereits in vielfacher Weise verarbeitet, so zum Bespiel in Mary Shelleys Frankenstein.

Heute sind wir dieser Idee so nahe wie nie zuvor. Im Zeitalter von Deep Learning sind es nicht mehr Alchemisten oder Wissenschaftler, sondern Programmierer, die künstliche Intelligenzen anlernen, menschenähnliche Gesichter selbstständig und täuschend echt zu generieren. Genial, unheimlich oder gefährlich?

In dieser Arbeit sehen wir uns einer Reihe solcher künstlicher Portraits gegenüber. Auf seltsame Weise kommunizieren sie mit uns: ihre Augen scheinen den Raum zu erkunden und ihre Mimik verändert sich. Das Erkennen von Gesichtern und das Verstehen von non-verbaler Kommunikation prägt uns als Spezies Mensch und als soziale Wesen. Wie reagieren wir aber, wenn eine KI versucht, genau diese Fähigkeit zu imitieren? Will sie uns täuschen? Mit uns kommunizieren? Uns testen?

Schon als Kind habe ich mir Wachsfiguren nie gerne angesehen. Sie sahen für mich irgendwie gruselig aus. Zu dieser Zeit wurden elektronische Handprothesen entwickelt, die bei mir das gleiche Gefühl auslösten. Diese Erfahrungen haben mich dazu gebracht, über Roboter im Allgemeinen nachzudenken, was mich dazu brachte, diesen Aufsatz zu schreiben. Das Uncanny Valley war meine Intuition.

Masahiro Mori über seinen Essay über „Das Uncanny Valley“
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29. Aichacher Kunstpreis

Vergabe des 29. Aichacher Kunstpreises durch die Stadt Aichach und die Sparkasse Aichach-Schrobenhausen

am Sonntag, 18. September 2022 um 15 Uhr

im SanDepot Aichach
Donauwörther Str. 36
86551 Aichach

Ausstellungsdauer: 18. September bis 23. Oktober 2022

Ausstellende Künstler: Regina Baierl, Ragela Bertoldo, Christian Bungies, Adam Cmiel, Lola Cuallado, Julia Dietrich, Ilse Feiner, Geraldine Frisch, Maximilian Gessler, Franz Günther, Andreij Herzog, Thomas Huber, Erika Kassnel-Henneberg, Christina Kirchinger, Klasse Ziese AdbK Nürnberg, Andreas Knapp, Fjodor Krasnikow, Katharina Lehmann, Martin Lehmer, Antje Lindner, Annette Marketsmüller, Christine Metz, Fabian Oppolzer, Sun Yun Park, Jungmin Park, Nadine Pasianotto, Christine Reiter, Stephanie Rössing, Andrea Sandner, Norbert Schessl, Turid Schuszter, Ingrid Settelmeier, Bea Stroppa, Sandra Tröger, Stephanie von Hoyos, wabato movement

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Memento

2022, Animation, 5:00 min

Die Basis dieser Arbeit bilden 25 Fotografien in Langzeitbelichtung, die während einer Tanzprobe gemacht wurden. Modulen gleich werden sie von mir neu angeordnet und wiederholt. So entsteht ein künstlicher, scheinbar endloser Tanz, der nichts mehr mit der ursprünglichen Choreografie zu tun hat.

Nach barockem Vorbild werden hier Schönheit und Tod metaphorisch gegenübergestellt – ein Vanitas-Tanz auf die Vergänglichkeit des Lebens. Dabei wird der Fluß der Zeit oder das Dahinfließen der Lebenszeit durch Wasser verkörpert, sei es durch das akustische, rhythmische Tropfen wie das Ticken einer Uhr, oder visuell durch das künstlich verlangsamte Fließen eines Flusses.

Begleitet wird das Video mit dem Auszug Das Totenamt aus dem Gedicht Das wüste Land von T.S. Eliot (Original: The Waste Land, 1922).

Tänzer: Dominik Feistmantl

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Fuck You, Next

Ausgabe #2: https://fuckyounext.com/, Online-Veröffentlichung vom 6.August 2022

„Unsere Geschichte: Wir sind auffällig und unkonventionell. Sie mögen vielleicht nicht alle Personen mögen, die das hier schreiben, aber unsere Arbeit verschiebt Grenzen und verändert die Art und Weise, wie wir die Welt sehen. Viele unserer Arbeiten konzentrieren sich auf kleinere, alltägliche Aktivitäten, aber wir glauben, dass dies die Grundlagen der Zukunft sind. Nicht alle Kunst ist groß. Vieles davon findet sich in unserem täglichen Leben wieder. Unser Ziel ist es, beides auf einfühlsame und herausfordernde Weise zu zeigen. Wir hoffen, dass wir die Zukunft schaffen, die wir uns wünschen.“

https://fuckyounext.com/about/