Schlafes Bruder

„Denn eines ist stärker als wir, und zwar das ewige Fortschreiten der Zeit, die nie anhält und zwangsläufig zum Tod führt.“

Christian Boltanski

Vier gesichtslose Tänzerinnen tanzen einen geisterhaften, sich scheinbar endlos wiederholenden Tanz. Wie in einem barocken Gemälde werden hier in ästhetisierender Weise Schönheit und „des Schlafes Bruder“ (= Tod) in einer Komposition gegenübergestellt – ein memento mori – untermauert von Johann Sebastian Bachs Kreuzstabkantate „Komm o Tod, du Schlafes Bruder“.

Verkörpert wird der Tod in Form von aufgespießten Schmetterlingen (= barockes Sinnbild für Tod und Auferstehung), die jedoch trotz ihres Zustands lebendig erscheinen.

Grundlage dieser Arbeit sind 12 Fotografien in Langzeitbelichtung. Durch ihre konstruierte Reihenfolge in schneller Abfolge entsteht eine künstliche Choreografie, die zunehmend verzerrt wird.

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Childhood Must Be Beautiful

Nachdenken über den Mythos „Mutterschaft“.

Was bedeutet es, eine „gute“ Mutter zu sein?

Wer legt den Maßstab fest?

Das Mutterbild wird seit Jahrhunderten in jeder Kultur von religiös motivierten Idealen geprägt, deren westliches Vorbild Maria ist. Sie verkörpert männliche Macht-Phantasien von Keuschheit, Unterwürfigkeit, Selbstlosigkeit und von bedingungsloser Loyalität – Eigenschaften, die auch heute noch das Frauenbild in nahezu jeder patriarchalen Gesellschaft prägen.

Dieses Bild ist brüchig und beginnt sich zunehmend aufzulösen. Frauen wollen selbstbestimmt sein.
Aber was bedeutet es eine „gute“ Mutter zu sein?
Nachdenken über den Mythos „Mutterschaft“…

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Die Anprobe

Ich probiere verschiedene Identitäten an, wie ich Kleidungsstücke anprobiere. Es sind Menschen, die ich kannte und deren Geschichte ich als „Abkömmling“ fortsetze. Wer bin ich und was haben sie aus mir gemacht? Lebt ein Teil von ihnen in mir weiter? Für den Augenblick dieser Installation werden sie durch mich wieder lebendig.

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Hänsel

In diesem surrealistischen Kurzfilm findet sich der Zuschauer in einer beklemmenden Situation von Orientierungslosigkeit, Unbehagen und Vorahnung wieder. Er wird im Unklaren über den Protagonisten, dessen Motivation für sein Handeln und dessen Bezug zum Raum gelassen. Gleichzeitig wird ihm eine unangenehme Nähe zum Geschehen zuteil, der er sich nicht entziehen kann. Kinderhände, Brotkrumen, Feuer und tote Insekten nehmen Bezug zu Grimms Märchen „Hänsel und Gretel“.

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Rückkehr ins Paradies

Neben dem biblischen Paradies gibt es viele „Paradiese“: Kindheit oder Heimat beispielsweise sind Sehnsuchtsorte, die mehr zeitlich verortet sind als räumlich. Die einzige Möglichkeit, in diese Paradiese zurückzukehren, besteht darin, sich zu erinnern. Der Erinnerungsprozess ist jedoch unterschiedlichen Störungen ausgesetzt. Dieser Vorgang ist vergleichbar mit der Suche nach dem richtigen Radiosender, der durch überlagerte Frequenzen oder statische Geräusche gestört wird. Ebenso ist das Gedächtnis nicht immer zugänglich sein. Oft gibt es nur vage Bilder, die ein hohes Maß an Interpretation erfordern.

Ortsverschiebungen, Neue Gallerie im Höhmannhaus, Augsburg, 2017, Ausstellungsaufbau
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Postludium

Das Video Postludium ist ein Nachruf auf das ehemalige Gaswerk in Augsburg / Oberhausen. Es zeigt einen geisterhaften Tanz in den leeren Räumen des Gebäudes, insbesondere eines historischen Gasometers vom Scheibentyp, das 1915 gebaut wurde, und eines anderen neueren Gasometers vom Scheibentyp („Gaskessel“). Diese Arbeit wirft die Frage auf, ob ein Gebäude ein Gedächtnis und damit auch eine Identität hat.

Das Sound-Werk „Echoes of Industry“ ist eine Produktion von Gerald Fiebig und Christian Z. Müller, und wurde im „Gaskessel“ aufgenommen.

Tänzerin: Alessandra La Bella

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