Mütter und Söhne

Es gibt eine besondere Beziehung zwischen einer Mutter und ihrem Sohn – so sagt man. In vielen Gesellschaften werden männliche Nachkommen als wertvoller betrachtet als weibliche. Im Jahr 2015 habe ich jeden Tag eine Postkarte aus meiner Sammlung bearbeitet – meist Motive mit Maria und Jesus. Am Ende waren es 365 Kollagen über Mutterschaft und Kindheit.

Dies war ein Jahresprojekt angeregt von Antje Fischer, realisiert gemeinsam mit Antje Fischer und Marlies Achermann-Gisinger. Alle Arbeiten dieses Projektes wurden in der gemeinsamen Ausstellung „Ansichtssache“ in Münsingen der Öffentlichkeit präsentiert.

Drum Bun

Was ist Erinnerung? Nichts anderes als eine Datensammlung im Langzeitgedächtnis, die weder objektiv, noch vollständig noch wahr sein muss. Sie ist auch nicht immer verfügbar. Aber das sich-Erinnern ist auch ein kreativer Prozess, der immer wieder neu interpretiert werden muss und daher einem ständigen Wandel unterliegt. Die Rauminstallation zeigt 7 bearbeitete Papierbögen, die an einem Faden von der Decke hängen. Jeder Luftzug, der von einem vorbeigehenden Besucher erzeugt wird, versetzt die Papierbögen in Bewegung, sodaß sich der Anblick der Arbeit ständig ändert.

Diese Arbeit entstand in der Meisterklasse Skulptur & Zeichnung unter Christina von Bitter.

What is remembrance? Remembrance is nothing other than a data pool of long-term memory, which can neither raise a claim for impartiality, nor for totality, nor even for truth. It isn’t always available, too. But to remember is also a creative process, which has to be interpreted on and on again, and therefore changing. The spatial installation shows seven sheets of paper hanging down the roof. Every draft (i.e. by visitors) makes them rotating around their axis, so the impression is permanently changing. For me the technique of Collage is a metaphor for memory.

Briefe aus Utopia

2012, Auswahl aus insgesamt 50 Teilen, je ca. 30 x 20 cm

Angelehnt an seine ursprüngliche griechische Bedeutung als „Nicht-Ort“, bezeichnet „Utopia“ hier einen idealisierten Ort der Sehnsucht, der nur im Gedächtnis existiert. Diesen Ort gab es wirklich einmal, aber die Erinnerung hat ihn in etwas Unwirkliches verwandelt: in ein ganz persönliches Utopia.

Der Brief verbindet Menschen an entfernten Orten. Damit ist er Ausdruck der physischen Entfernung und geistigen Nähe zwischen Menschen. Er ist emotional geladen – warum sonst wird er liebevoll in Schuhkartons aufbewahrt oder im Zorn zerrissen? Mit den Briefen hier wird der utopische Versuch unternommen, mit der Vergangenheit in Kontakt zu treten. Sie sind damit metaphorische Brücken zwischen hier-und-jetzt und gestern.