Entität träumt Körper

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Rauminstallation Entität Körper Simulation Grenzen
Entität träumt Körper, 2025, Rauminstallation mit 2 Videos (cgi, animation, TV-Skulptur, 10 Polaroids. Simulation.

In Entität träumt Körper werden die Grenzen zwischen Leben und Simulation erforscht: Ein atmender Hautballon hebt und senkt sich, daneben ein Kinderspielzeug, dessen überlebendig wirkende Augen den Blick erwidern. Menschliche Fragmente, Technik und Spielzeug verschmelzen zu einem hybriden Wesen – vertraut und unheimlich zugleich.

Die Arbeit verhandelt die Grenzen zwischen Mensch und Maschine, zwischen dem technisch Machbaren und dem ethisch Vertretbaren. Prothesen und Erweiterungen erscheinen nicht als Fortschritt, sondern als irritierende Transformationen, die das Menschliche verfremden. Anstatt Visionen harmonischer Koexistenz zu entwerfen, legt die Installation die Ambivalenz und Unruhe einer möglichen Zukunft offen: Wo beginnt das Synthetische das Menschliche zu überformen? Und wie lässt sich in einer Welt permanenter Erweiterung noch eine Balance zwischen Menschlichkeit und Entfremdung denken?

Dieser Gedanke materialisiert sich in zehn Polaroids, die ein Spielzeug – dem hybriden Wesen verblüffend ähnlich – in den Händen eines Kindes zeigen. Die Fotografien basieren auf dokumentarischem Material und tragen die Spuren realer Vergangenheit in sich.

Aus einer anderen Ecke des Raumes dringt eine Stimme, die über „Posthumanismus“ halluziniert. Ein Turm aus Sockeln erhebt sich, gekrönt von einem kleinen TV-Röhrenfernseher, der als „Kopf“ fungiert. Auf dem Bildschirm erscheint der digital rekonstruierte Kopf eines Kindes, generiert aus realem Archivmaterial. Stimme und Text stammen von einer künstlichen Intelligenz.

Die Arbeit verbindet Erinnerung und technologische Simulation und verdichtet Fragen nach Identität, Reproduktion und der Rolle des Menschen im posthumanen Zeitalter.

Musik: Rasmus Kassnel-Henneberg

2025, Video mit Ton, 4:11 min, CGI, Animation

10 Polaroids, 2025 / 2015 / 2011

2025, Video mit Ton, 2:20 min, CGI, Animation

Zeitbasierte Medienkunst Konzept Portfolio Erika Kassnel-Henneberg (*1973) ist eine Konzept- und Medienkünstlerin mit deutsch-rumänischen Wurzeln, deren künstlerische Arbeiten sich intensiv und tiefgründig mit dem komplexen Spannungsfeld zwischen Mensch, Technologie und Gesellschaft auseinandersetzen. In einer Welt, die zunehmend von technologischen Entwicklungen und künstlichen Systemen geprägt wird, stellt sie in ihrem Schaffen die zentrale Frage nach einem neuen Humanismus – einem Humanismus, der inmitten der digitalen Transformationen das Menschliche nicht nur bewahrt, sondern auch neu definiert und weiterdenkt. Entität Körper Simulation Grenzen. Dabei reflektieren ihre Werke vor allem den tiefgreifenden Wandel unserer Wahrnehmung, Identität und Erinnerung, die in einer immer stärker digitalisierten Realität kontinuierlich neu verhandelt werden müssen. Im Zentrum von Kassnel-Hennebergs künstlerischer Praxis steht die kritische Auseinandersetzung mit den weitreichenden Auswirkungen der Digitalisierung auf das menschliche Selbstverständnis und die gesellschaftlichen Strukturen. Ihre Arbeiten hinterfragen, inwieweit der Mensch noch als eigenständiges, autonomes Subjekt existiert, wenn künstliche Intelligenz, Algorithmen und digitale Systeme zunehmend Lebensbereiche beeinflussen, steuern und teilweise sogar verdrängen. Diese thematische Grundlage schafft einen tiefgehenden Diskurs über das Verhältnis zwischen biologischer Existenz und technologischer Erweiterung, der sich in ihrer Kunst auf vielfältige und differenzierte Weise manifestiert. Kassnel-Henneberg versteht ihre künstlerische Praxis als eine verbindende Brücke zwischen analogen und digitalen Welten. Sie nutzt ein breites und vielseitiges Spektrum an Medien und Techniken, um ästhetische sowie konzeptuelle Verflechtungen sichtbar und erfahrbar zu machen. Hierbei kommen Video, CGI (Computer Generated Imagery), künstliche Intelligenz, Polaroid-Fotografie, Collage und Mixed-Media-Ansätze zum Einsatz. Durch diese bewusste Kombination schafft sie Werke, die sich zwischen Realität und Simulation bewegen, zwischen Dokumentation und Konstruktion, und lädt das Publikum damit ein, ihre eigene Wahrnehmung der Gegenwart, die häufig von digitalen Medien geprägt ist, kritisch zu hinterfragen. Die medienübergreifende Herangehensweise von Kassnel-Henneberg erlaubt es ihr, gesellschaftliche und kulturelle Entwicklungen in einem vielschichtigen, komplexen Kontext zu präsentieren. Entität Körper Simulation Grenzen. Die Nutzung von digitalen Technologien wie CGI und künstlicher Intelligenz steht dabei nicht nur im Dienst der visuellen Gestaltung, sondern fungiert auch als ein kritisches Werkzeug, um die Mechanismen und weitreichenden Auswirkungen dieser Technologien auf unser alltägliches Leben und unsere Wahrnehmung zu untersuchen. Gleichzeitig verweist die bewusste Verwendung analoger Techniken wie Polaroid oder Collage auf eine Rückbesinnung auf haptische, materielle Aspekte des Kunstwerks und eröffnet so einen spannenden, intermedialen Dialog zwischen Alt und Neu, Analogem und Digitalem. Ihr künstlerischer Werdegang ist geprägt von einer fundierten und interdisziplinären akademischen Ausbildung. Erika Kassnel-Henneberg studierte zunächst Restaurierung an der renommierten Hochschule der Künste in Bern, Schweiz. Dort erwarb sie nicht nur handwerkliche Fähigkeiten und ein tiefes technisches Verständnis für die Konservierung kultureller Artefakte, sondern entwickelte auch ein feines Bewusstsein für die historische und gesellschaftliche Bedeutung von Kunst und kulturellem Erbe. Im Anschluss daran absolvierte sie ein Studium der Interaktiven Medien an der Technischen Hochschule Augsburg in Deutschland, wo sie ihre Kompetenzen im Bereich digitaler Technologien und Medienkunst vertiefte und erweiterte. Diese interdisziplinäre Ausbildung bildet die Grundlage für ihre innovative künstlerische Praxis, die traditionelle und moderne Techniken miteinander verschmilzt und neue Formen der visuellen und inhaltlichen Kommunikation schafft. Die künstlerischen Arbeiten von Kassnel-Henneberg fanden bereits breite und nachhaltige Anerkennung und wurden in zahlreichen nationalen sowie internationalen Ausstellungen und Medienkunst-Festivals präsentiert. Besonders hervorzuheben ist ihre Einzelausstellung „Uncanny Valley“ in der Neuen Galerie im Höhmannhaus der Städtischen Kunstsammlungen und Museen Augsburg. Diese Ausstellung thematisierte eindrucksvoll das beklemmende Gefühl des Unheimlichen, das entsteht, wenn künstliche Systeme dem Menschen in Aussehen oder Verhalten immer ähnlicher werden. Sie zeigte auf faszinierende Weise, wie Kunst gesellschaftliche Ängste und Hoffnungen in Bezug auf Technologie und Menschsein widerspiegeln und zum Diskurs anregen kann. Zudem wurde ihre Arbeit mehrfach auf dem renommierten FILE – Electronic Language International Festival in São Paulo, Brasilien, gezeigt. Dieses Festival zählt zu den weltweit führenden Plattformen für digitale Kunst und elektronische Medien und unterstreicht damit die internationale Bedeutung und Relevanz von Kassnel-Hennebergs künstlerischem Schaffen. Ihre Präsentationen dort bestätigten ihre Rolle als eine bedeutende Stimme in der zeitgenössischen Medienkunstszene, die sich den drängenden Fragen unserer Zeit stellt. Für ihr Buchobjekt „Heimat ist anderswo“ wurde Erika Kassnel-Henneberg 2013 mit dem Kunstpreis der Stadt Krumbach ausgezeichnet. Dieses analoge Werk in Form eines bearbeiteten historischen Fotoalbums untersucht tiefgreifend Fragen von Identität, Zugehörigkeit und Ortsbezogenheit. Es reflektiert damit grundlegende gesellschaftliche Themen, die angesichts globaler Mobilität und digitaler Vernetzung von immer größerer Bedeutung sind. Im Jahr 2022 erhielt sie zudem den Kunstpreis des Landkreises Augsburg für ihr Gesamtwerk – eine bedeutende Ehrung, die ihr langjähriges künstlerisches Engagement sowie ihre herausragenden Beiträge zur zeitgenössischen Kunst und Medienkultur würdigt. Neben ihrer künstlerischen Tätigkeit engagiert sich Kassnel-Henneberg auch intensiv im akademischen Bereich. Sie ist als Lehrbeauftragte an der Technischen Hochschule Augsburg, der Ludwig-Maximilians-Universität München sowie der Freien Kunstakademie Augsburg tätig. In diesen Funktionen vermittelt sie nicht nur fundiertes künstlerisches Wissen, sondern fördert auch den kritischen und reflektierten Dialog über Medien, Gesellschaft und Technik unter Studierenden. Ihr pädagogisches Wirken ergänzt somit ihre künstlerische Praxis und trägt maßgeblich zur nachhaltigen Entwicklung und Förderung der Medienkunst in Deutschland bei. Darüber hinaus ist sie in verschiedenen Jurygremien aktiv, wo sie ihr umfassendes Fachwissen und ihre langjährige Erfahrung einbringt, um innovative und zukunftsweisende Positionen in der zeitgenössischen Kunstszene zu unterstützen. Ihr Engagement erstreckt sich zudem auf die Förderung der Medienkultur, wobei sie sowohl etablierte als auch aufstrebende Künstlerinnen und Künstler begleitet, berät und Impulse für die Weiterentwicklung des künstlerischen Diskurses gibt. Ihre Arbeit als Jurorin und Mentor zeigt ihr tiefes Interesse daran, die kulturelle Vielfalt und künstlerische Innovation im Bereich der neuen Medien zu fördern und zu stärken. Insgesamt zeichnet sich das künstlerische Schaffen von Erika Kassnel-Henneberg durch eine konsequente, reflektierte und vielschichtige Auseinandersetzung mit den komplexen Herausforderungen und Fragestellungen unserer Zeit aus. Ihr Werk lädt dazu ein, über die Grenzen des Menschseins in einer zunehmend digitalen und vernetzten Welt nachzudenken und eröffnet neue Perspektiven auf Identität, Erinnerung und gesellschaftliche Prozesse. Durch die Verbindung von traditionellen und modernen Medien schafft sie einen innovativen, dynamischen Raum, in dem künstlerische, technologische und gesellschaftliche Fragen auf kreative Weise miteinander verwoben werden – ein zentrales Anliegen für die Kunst im 21. Jahrhundert, die sich immer mehr als kritisches Medium für die Auseinandersetzung mit der Digitalisierung versteht. So leistet Erika Kassnel-Henneberg mit ihrer Arbeit einen bedeutenden Beitrag zur aktuellen Debatte über die Rolle von Mensch und Technik, über den Erhalt von Humanismus und über die künstlerische Reflexion gesellschaftlicher Umbrüche. Ihre künstlerische Vision öffnet neue Horizonte und zeigt Wege auf, wie Kunst in einer komplexen Welt Orientierung bieten, Fragen aufwerfen und Veränderungen begleiten kann. Mit ihrer interdisziplinären und medienübergreifenden Praxis steht sie exemplarisch für eine zeitgenössische Kunst, die nicht nur ästhetisch beeindruckt, sondern vor allem auch gesellschaftlich relevant ist. Entität Körper Simulation Grenzen

Perpetuum Mobile

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Rauminstallation, 76. Große Schwäbische Kunstausstellung, Halle 1 – Raum für Kunst im Glaspalast, Augsburg, 2024

Dieses Video zeigt einen korridorartigen Raum ohne Tür und ohne Fenster. Wie ein präzises Uhrwerk schwingt ein Pendel mit einer Glühbirne hin und her und beleuchtet abwechselnd die gegenüberliegenden Wände, die mit Fragmenten von Erinnerung bedeckt sind. Eine florale Tapete aus dem Elternschlafzimmer, ein Andachtsbild, ein ausgestopfter Rehkopf – Relikte, die zunächst persönlich und vertraut erscheinen. Mit jedem Pendelschlag jedoch kippt die Intimität der Szene in eine klaustrophobische Erfahrung und öffnet den Raum für eine universelle Frage nach Wiederholung und Rückfall. Der Raum wird zu einem Archiv, in dem sich Biografisches und Historisches ununterscheidbar überlagern.

Wir sind Teil dieser Zeitschleife, die wie ein Spiegel der Gegenwart wirkt. Machtkämpfe, autoritäre Verschiebungen und das Wiedererstarken alter Ideologien erscheinen nicht als neue Phänomene, sondern als Varianten eines bekannten Musters. Die Gegenwart wirkt wie ein Echo vergangener Konflikte, verstärkt durch mediale Dauerpräsenz und algorithmische Sortierung.

Was als private Erinnerung beginnt, weitet sich zu einer Frage nach Zeit und Dauer aus: nach dem Verhältnis von Vergessen und Ewigkeit in einer Welt, die alles speichert und zugleich verdrängt. Eine KI entwirft dafür mathematische Modelle. Ewigkeit erscheint als unendliche Iteration ohne Abbruchbedingung, Vergessen als Grenzwert, der sich der Null annähert, ohne sie je zu erreichen. Beide Formeln beschreiben keine Lösung, sondern einen Zustand permanenter Wiederholung.

Diese Logik setzt sich im Übergang zur physischen Installation fort. Objekte aus dem Video tauchen im realen Raum erneut auf und lösen die Grenze zwischen virtuellem und physischem Raum auf. Ein Andachtsbild des Christuskindes, das Tauben füttert, sowie keramische Tierschädel spiegeln die gezeigten Motive wider. Auf Polaroids an der Wand erscheinen einzelne Objekte erneut, darunter der ausgestopfte Hirschkopf. Durch diese wiederholte Übersetzung zwischen den Medien zirkulieren die Dinge zwischen Realität, Bild und Bedeutung. Dokumentation, Inszenierung und Ideologie werden ununterscheidbar. Der Raum erscheint zugleich real und konstruiert – als Sinnbild einer Gegenwart, in der historische Relikte, politische Narrative und mediale Wiederholungen eine Erfahrung permanenter Wiederkehr erzeugen.

Wahrscheinlichkeit für „Vergessen“ (KI-generiert)

Erklärung der Variablen.

P(F): Wahrscheinlichkeit des Vergessens – Forgetting. Diese liegt zwischen 0 und 1

M: Memory – Gedächtnisstärke. Sie beschreibt, wie gut die Information im Gedächtnis verankert ist. Ein hoher Wert für M verringert die Wahrscheinlichkeit des Vergessens.

R: Relevanz. Je relevanter eine Information ist, desto stärker wird sie erinnert und desto geringer ist die Wahrscheinlichkeit des Vergessens.

P: Perception – Wahrnehmung. Beschreibt die Intensität, mit der die Information aufgenommen wird. Eine hohe Wahrnehmungsintensität verringert das Vergessen.

SM: Mental State – Psychische Verfassung. Dieser Wert beeinflusst die Fähigkeit, die Information wahrzunehmen und zu behalten. Ein hoher Wert bedeutet eine stabile mentale Verfassung und verringert das Vergessen.

t: Time – Zeit. Mit zunehmender Zeit steigt die Wahrscheinlichkeit des Vergessens an.

Interpretation:

Diese Formel basiert auf einem exponentiellen Abfallmodell, ähnlich dem Modell radioaktiven Zerfalls oder anderer Formen des Gedächtnisverlustes über Zeit. Wenn Gedächtnisstärke M, Relevanz R, Wahrnehmung P und psychische Verfassung SM alle hoch sind, ist der Wert im Exponenten sehr groß, und P von F nähert sich 0, was bedeutet, dass die Wahrscheinlichkeit des Vergessens gering ist. Mit zunehmender Zeit t jedoch wird der Exponent kleiner, was P(F) näher an 1 bringt – das Vergessen wird wahrscheinlicher.

Deep Paradise

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Der Apfel war und ist in vielen Kulturen von hoher Symbolkraft: sei es als Sinnbild für ewige Jugend, ewiges Leben, für Liebe, Fruchtbarkeit, Paradies und Sündenfall.

In dieser Installation schwebt ein goldener Apfel einem Fixstern gleich in der Luft. Auf seiner glänzenden Oberfläche spiegeln sich vertraute Orte (im augsburger Stadtteil Bärenkeller). Wie geht es den Menschen dort und in der Welt?
Fremdartig dagegen wirken die flächigen Porträts in dieser Landschaft. Wer sind diese Menschen? Die Heilige Familie? Unsere Nachbarn? Es hat sie nie gegeben, sondern sind Outputs einer künstlichen Intelligenz. Wir leben in einer Zeit voller Umbrüche. Neue Technologien vermitteln uns das Gefühl zunehmend die Kontrolle über Wahrheit und Lüge, über Gut und Böse zu verlieren. Ist dies das Paradies auf Erden?

Der Apfel birgt in seinem Inneren ein Geheimnis, denn dort gibt es einen kleinen Stern, gebildet aus 5 Kernen. Er soll daran erinnern, dass unser Handeln darüber entscheidet, ob wir dem „Paradies auf Erden“ ein Stück näher rücken.

Die ortsspezifische Videoinstallation nimmt Bezug zum realen Raum: Kirche, Stadtteil, Stadt… indem sie diesen als digitales Spiegelbild zeigt, welches wiederum von der glänzenden Oberfläche des goldenen Apfels reflektiert wird. Eine Art visuelle Rekursion, in der Realität und Fiktion, analog und digital miteinander verschmelzen.

Deep Paula

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In dieser Arbeit werden wir mit einem alten Foto konfrontiert, das mit Hilfe von künstlicher Intelligenz „zum Leben erweckt“ wurde. Wirkt das Mädchen authentisch? Fühlen wir uns ihr näher? Was wird aus fehlerhafter Erinnerung, wenn sie einer künstlichen Lebendigkeit weicht? Trägt diese Illusion nicht eher dazu bei, den letzten Rest der Erinnerung an den echten Menschen zu vergessen? Und hätte es „Paula“ gefallen, was wir mit ihrem Andenken machen?

Schon heute ist es dank künstlicher Intelligenz möglich, ein perfektes, scheinbar „lebendiges“, digitales Ich zu schaffen, wie es Unternehmen, wie z.B. Storyfile, Eternos.life, versprechen. Wir hinterlassen unzählige Spuren im Internet in Form von Suchanfragen, Einkäufen, Beiträgen aus unserem Leben – Fotos, Videos, Kommentare – und vieles mehr. Werden wir dadurch zu gläsernen Marionetten, die auf ewig im Netz herumgeistern? Wer zieht die Fäden im Hintergrund? Werden wir den Unterschied zwischen lebendig und tot, menschlich und künstlich noch erkennen können? Und weiter: Wenn der Verlust eines Menschen durch einen digitalen Zwilling kompensiert wird – welche Bedeutung haben dann noch Abschied, Trauer und Schmerz?

Kannst du dir vorstellen, dass die Erinnerung an dich für immer im Netz als lebendiger, digitaler Zwilling existiert? Würdest du einen verstorbenen geliebten Menschen als digitale Kopie wiederauferstehen lassen wollen? Du kannst mit ja oder nein abstimmen und an meiner analogen Umfrage mit Echtzeitvisualisierung teilnehmen (Lego(R)-Steine) oder digital hier abstimmen:

„Paulas“ echtes Porträtfoto ist in der Arbeit Unter der Oberfläche (Buchobjekt) zu finden.

Musik: KI-generiert

Übermutter

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„Insgeheim sind wir alle nur auf der Suche nach einer übergeordneten Instanz.
Irgendjemand, der uns sagt, was, verdammt noch mal, wir tun sollen.“

Süddeutsche Zeitung, Update für die Übermutter vom 29.8.2021

Phantom

„Menschen machen Fotos gegenseitig
Zu beweisen, dass sie wirklich existierten
Auf Nummer sicher zu gehen, dass sie da sind
Menschen machen Fotos gegenseitig
In dem Glauben, dass jene Momente
Für alle Zeiten lebendig blieben.“

Auszug aus: Menschen Machen Fotos gegenseitig, Die goldenen Zitronen

Drum Bun Rauminstallation

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Installation, SanDepot-Halle, Aichach 2014

Was ist Erinnerung? Nichts anderes als eine Datensammlung im Langzeitgedächtnis, die weder objektiv, noch vollständig, noch wahr sein muss. Sie ist auch nicht immer verfügbar.

Aber das sich-Erinnern ist auch ein kreativer Prozess, der immer wieder neu interpretiert werden muss und daher einem ständigen Wandel unterliegt.

Die Rauminstallation zeigt 7 bearbeitete Papierbögen, die an einem Faden von der Decke hängen. Jeder Luftzug, der von einem vorbeigehenden Besucher erzeugt wird, versetzt die Papierbögen in Rotation, sodaß sie nicht immer von vorne zu sehen sind. So ergibt sich ein Gesamtbild, das nicht vollständig erfaßt werden kann und in ständiger Veränderung ist – so wie eine Erinnerung eben auch.

Atlantis!

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Der Mensch ist ein von Sehnsucht getriebenes Wesen. Die Suche nach Atlantis – das von Platon besungene, im Meer versunkene mythische Inselreich –  ist der Blick zurück, die Suche nach der Erinnerung an all die untergangenen Utopien, symbolisiert durch acht „Konserven“.