Ewiges Jagen nach Avalon

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Dieser endlose Loop verweist auf Avalon (vom gallo-indogermanischen abal = Apfel), die mythische Insel aus vorchristlicher Zeit, einst als Paradies verehrt.

In einem undefinierten Raum und zeitlosen Zustand kreisen wir aus wechselnden Perspektiven um zwei gesichtslose Avatare. Wer – oder was – sind sie? Abbilder realer Menschen, intelligente Maschinen oder etwas dazwischen? Können Maschinen Sehnsüchte oder Träume entwickeln? Zwischen ihnen schwebt ein goldener Apfel, dessen spiegelnde Oberfläche den realen Raum erweitert. All ihre Anstrengungen kreisen um den goldenen Apfel – und doch bleibt er unerreichbar.

Metamorphosis

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Ein real existierender Raum durchläuft ein „Was-wäre-wenn“ von unendlichen Möglichkeiten, ausgedacht von mir, visualisiert von einer künstlichen Intelligenz. Diese Arbeit wurde für die Veranstaltung „…FRESSEN IHN DIE RABEN“ im Stadttheater Neuburg a.d.Donau (16.06.2024) produziert. Begleitet wurde dieses Video mit einer Live-Performance des Stückes Nocturne von Lili Boulanger (für Flöte und Harfe).

Gebetszyklus

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2025, Video mit Ton, Trailer 1:59 min

Naturgewalten vermengen sich mit Landmarken der Zivilisation und zeichnen keine verklärten Sehnsuchtsorte. Im Rausch der Geschwindigkeit verflüchtigt sich der Augenblick, und kommt doch stets immer wieder – wie die Jahreszeiten.

Alle Videos sind als Loop angelegt – also ohne Anfang und Ende, und scheinbar endlos – wie die Wiederkehr der Jahreszeiten oder das gemeinsame Murmeln eines Rosenkranzes.

An das Landschaftsbild der Romantik des 19. Jahrhunderts anknüpfend zeigt dieser Videozyklus in 4 Teilen Landschaften des 21. Jahrhunderts, zwischen real und künstlich oszillierend.

Frühling, 3:21 min — Der Frühling dämmert, aber die Natur ist noch nicht erwacht – kahle Bäume ziehen vorüber. Hie und da ein Auto. Aus der Entfernung hallen Erinnerungen wider.

Herbst, 3:11 min — Regen prasselt auf ein Fenster und lässt die Landschaft dahinter seltsam lebendig erscheinen. Atmet sie? Tobt sie? Ein Vorbote für das nahe Sterben – im Winter!

Sommer, 4:24 min — Ein Sandsturm taucht die vorbeirauschende Landschaft in warmes Gelb. Schön und schrecklich. Schrecklich schön.

Winter, 10 min — „Heimat“ zieht vorbei. Wird sie wiederkommen? Das monotone Abrollgeräusch auf den alten Bahnschwellen macht schläfrig, und ein weißes Vergessen legt sich über die Gedanken.

Post Mortem

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„Wir alle tragen ein totes Kind in uns.“ Christian Boldtanski zitiert Tadeusz Kantor

Ein verlassenes Haus*. Die Räume bezeugen, dass hier einmal Menschen gewohnt haben. Dort verschmelzen Realität und Fiktion, Gegenwart und Vergangenheit miteinander. Wie in einem Albtraum durcheilen wir die Zimmer und werden dabei immer wieder mit einem alten Klassenfoto konfrontiert. Auf dem real existierenden Foto steht rückseitig: „Jahrgang 1911“. Wer waren diese Menschen? Erinnert sich noch jemand an sie? Ich leihe ihnen meine Augen und lasse sie post mortem wieder lebendig werden. Eine künstliche Lebendigkeit.

Mitten unter diesen Kindern sitze ich (Erika) als Bindeglied zwischen gestern und heute und denke laut über die Angst vor dem Verschwinden nach.

Polaroid, Screenshot aus der Videoarbeit Sandbox

Sandbox V

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Sandbox ist einerseits das englische Wort für Sandkasten, andererseits ein aus der Softwareentwicklung stammender Begriff für einen „isolierten Bereich, innerhalb dessen jede Maßnahme keine Auswirkung auf die äußere Umgebung hat.“ (Wikipedia)

Wir sitzen in einem großen virtuellen Sandkasten, der alles andere als isoliert ist. Darin sind viele Spielzeuge, von denen wir nicht wissen, wozu sie zu gebrauchen sind. Und täglich kommen neue hinzu. Wir erforschen sie spielerisch und dabei kommen wir auf so manchen Gedanken – gut oder böse..

Ein solches Spielzeug ist Dall-e 2. Sie ist eine der meist gefeierten KIs des Jahres 2022, die aus einer textbasierten Beschreibung in natürlicher Sprache realistische Bilder und sogar Kunstwerke erstellen kann. Dieser kreative Akt ist neu und einzigartig, und muß als nächste Evolutionsstufe bewertet werden.

Die Werke, die Dall-e erzeugt, sind nahezu perfekt, und doch generiert sie auf scheinbar harmlose Stichworte merkwürdig verstörende Outputs. Es drängt sich die Frage auf, ob dies das Spielzeug ist, das wir unseren Kindern geben würden?

Conditio Humana II

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Conditio Humana II, 2022, Video mit Sound, 4:48 min

In Anlehnung an das Werk Conditio Humana I wird hier die Frage fortgeführt, welches die conditio humana sei. Betrachtet man die höchste Kunstform der menschlichen Bewegung – den Tanz – so ist dieser eine Kombination aus absoluter Körperbeherrschung, Eleganz und Emotionalität. Dem gegenübergestellt wird hier ein „Tanz“ des humanoiden Roboters HRP-4C, wie er 2010 der Weltöffentlichkeit präsentiert wurde.

Tänzer: Dominik Feistmantl

Phantom

„Menschen machen Fotos gegenseitig
Zu beweisen, dass sie wirklich existierten
Auf Nummer sicher zu gehen, dass sie da sind
Menschen machen Fotos gegenseitig
In dem Glauben, dass jene Momente
Für alle Zeiten lebendig blieben.“

Auszug aus: Menschen Machen Fotos gegenseitig, Die goldenen Zitronen

Schlafes Bruder

„Komm, o Tod, du Schlafes Bruder,
Komm und führe mich nur fort;
Löse meines Schiffleins Ruder,
Bringe mich an sichern Port!

aus: Johann Sebastian Bach Kreuzstabkantate, BWV56