Ewige Jagd

StartWerkVideokunstexperimentell

2026,

Videoloop mit Ton, Animation, CGI,

2:40 min,

mp4-Datei, Format 16:9, 9:16, 1:1,

Limitierte Auflage: 5 + 2AP.

In einem von Betonmauern umschlossenen Raum kreist die Kamera um einen goldenen Apfel. Jenseits der Mauern kein Außenraum, kein Himmel – nur eine konturlose Schwärze. Zwei gesichtslose Avatare erscheinen, die ihre Handlungen auf den Apfel ausrichten, ohne ihn zu erreichen. Seine spiegelnde Oberfläche zeigt eine zweite Umgebung: einen abgeschlossenen, verfallenen Ort mit vergitterten Fenstern.

Die Szene organisiert sich als geschlossener Kreislauf. Annäherung, Gewalt und Wiederholung greifen ineinander, ohne zu einem Abschluss zu kommen. Der Apfel fungiert als Fixpunkt – ein Zentrum, das die Abläufe bündelt und zugleich blockiert.

Am Ende bleibt der Raum leer: umgeben von Beton, überzogen mit Spuren von Handlung, Zählung und Markierung.

Metamorphosis

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Ein real existierender Raum durchläuft ein „Was-wäre-wenn“ von unendlichen Möglichkeiten, ausgedacht von mir, visualisiert von einer künstlichen Intelligenz. Diese Arbeit wurde für die Veranstaltung „…FRESSEN IHN DIE RABEN“ im Stadttheater Neuburg a.d.Donau (16.06.2024) produziert. Begleitet wurde dieses Video mit einer Live-Performance des Stückes Nocturne von Lili Boulanger (für Flöte und Harfe).

Gebetszyklus

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2025,

4 Videoloops mit Ton,

mp4-Datei, Format 16:9,

Limitierte Edition: 5 + 2AP.

Der vierteilige Videozyklus untersucht, wie sich Landschaft im Sehen konstituiert und zugleich jeder eindeutigen Verortung entzieht. Sie erscheint nicht als fester Ort, sondern als bewegtes Bild, das sich fortwährend zwischen Wahrnehmung und Simulation verändert.

Alle vier Videos sind als Loops angelegt. Ohne Anfang und Ende folgen sie einer wiederkehrenden Struktur, die sowohl an den Rhythmus der Jahreszeiten als auch an die Wiederholung des Rosenkranzgebets erinnert. Mit jeder Wiederkehr verändert sich die Wahrnehmung des Bildes: Vertrautes wird fremd, Fremdes vertraut. Landschaft tritt dabei als Ergebnis von Bewegung, Wiederholung und medialer Konstruktion hervor.

01 Grauen, 3:31 min

Der Morgen graut. Kahle Bäume ziehen vorüber, vereinzelt durchqueren Fahrzeuge die Szenerie. Im Zwielicht von Vergangenem und Kommendem hallen Erinnerungen nach.

02 Glut, 7:22 min

Zwischen Hitze und Verhüllung taucht ein Sandsturm die vorbeiziehende Landschaft in warmes Licht.

03 Heimsuchung, 3:12 min

Ein Gewitter zieht auf. Regentropfen zeichnen flüchtige Spuren, während die Landschaft langsam ihre Konturen verliert.

04 Wiederkehr, 7:11 min

„Heimat“ zieht vorüber. Der monotone Klang markiert einen Zustand zwischen Wachsein und Vergessen, während sich die Landschaft im Weiß auflöst.

Videokunst von Erika Kassnel-Henneberg

Post Mortem

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2023,

Videoloop mit Ton,

5:31 min,

mp4-Datei, Format 16:9,

Limitierte Auflage: 5 + 2AP.

„Wir alle tragen ein totes Kind in uns.“ Christian Boltanski zitiert Tadeusz Kantor

Wir bewegen uns durch ein verlassenes Haus. Die Räume lassen eine frühere Nutzung erahnen, ohne sie ausdrücklich preiszugeben. An den Wänden taucht immer wieder ein altes Klassenfoto auf. Auf der Rückseite steht: „Jahrgang 1911“. Die darauf abgebildeten Personen bleiben namenlos. Das Bild beginnt sich zu verändern: Die Augen der Kinder bewegen sich und erkunden exakt synchron den Raum.

Die Arbeit greift auf eine historische fotografische Praxis zurück: die Post-mortem-Fotografie, bei der die Verstorbenen so inszeniert wurden, als wären sie noch anwesend – ein Versuch, Präsenz im Bild einzufangen. In der Videoarbeit wird dieses Prinzip nicht einfach verlagert, sondern unterlaufen: Die synchronisierten Augenbewegungen erzeugen eine künstliche Lebendigkeit, die gerade durch ihre Unnatürlichkeit die Abwesenheit radikal sichtbar macht.

Ich positioniere mich als Lehrerin innerhalb der Gruppe und werde Teil dieser Anordnung. Die Grenze zwischen Bild und Intervention löst sich auf. In dieser visuellen Logik ist die Zeit nicht linear organisiert, sondern als zirkulierendes System, in dem Präsenz und Verschwinden untrennbar miteinander verflochten sind.

Ausstellungshistorie:

2024 – Ein Zimmer für sich allein, Sonthofen, Stadthausgalerie

2023- House of New Realities, Augsburg

2023 – 75. Große Schwäbische Kunstausstellung, Augsburg, Glaspalast

Conditio Humana II

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Conditio Humana II, 2022, Video mit Sound, 4:48 min

In Anlehnung an das Werk Conditio Humana I wird hier die Frage fortgeführt, welches die conditio humana sei. Betrachtet man die höchste Kunstform der menschlichen Bewegung – den Tanz – so ist dieser eine Kombination aus absoluter Körperbeherrschung, Eleganz und Emotionalität. Dem gegenübergestellt wird hier ein „Tanz“ des humanoiden Roboters HRP-4C, wie er 2010 der Weltöffentlichkeit präsentiert wurde.

Tänzer: Dominik Feistmantl

Memento

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2016 / 2022,

Video mit Ton, Animation, 5:08 min

mp4-Datei, Format 16:9,

Limitierte Auflage: 5 + 2AP, verfügbar.

Eine Variation aus 25 Standfotos einer tanzenden Person generiert eine künstliche Choreografie. Sie tanzt zu einem Rhythmus, der in gleicher Weise aus natürlichen und künstlichen Tönen generiert wird. Eine Metapher über die Vergeblichkeit des Lebens.

Tänzer: Dominik Feistmantl

Ausstellungshistorie (Auswahl):

2022 – dança em foco – Internationales Festival Video & Tanz

Rio de Janeiro / BRA

2022 – ART MUC, München

2022 – EIVV International Meeting on Video Dance and Video Performance, Valencia / ES

2019 – International Screendance Festival, Freiburg

2016 – International Video Art House Madrid

Phantom

„Menschen machen Fotos gegenseitig
Zu beweisen, dass sie wirklich existierten
Auf Nummer sicher zu gehen, dass sie da sind
Menschen machen Fotos gegenseitig
In dem Glauben, dass jene Momente
Für alle Zeiten lebendig blieben.“

Auszug aus: Menschen Machen Fotos gegenseitig, Die goldenen Zitronen

Mantra

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2022, Video mit Ton, Animation, 4:45 min

Ich beobachte meine Kinder beim Spielen. Ich suche in ihren Bewegungen, in ihren Worten nach Spuren meines eigenen Versagens. Werden sie der Maßstab sein, nach dem ich beurteilt werde?

Mantra ist ein experimenteller Kurzfilm, der über den Mythos der Mutterschaft nachdenkt. Was bedeutet es, eine „gute“ Mutter zu sein? Und wer entscheidet darüber?

Seit Jahrhunderten wird das Bild der Mutter von religiösen Idealen geprägt – in der westlichen Kultur vor allem von der Figur der Maria. Sie verkörpert männliche Fantasien von Keuschheit, Gehorsam, Selbstlosigkeit und bedingungsloser Hingabe – Tugenden, die auch heute noch in den patriarchalischen Erwartungen an Frauen nachklingen.

Doch dieses Bild beginnt zu bröckeln. Frauen verlangen nach Autonomie, Komplexität und Widersprüchlichkeit.

Mantra stellt ererbte Ideale in Frage und legt die Spannung zwischen innerer Wahrheit und äußerem Urteil offen. Eine Meditation über Mutterschaft – nicht als Mythos oder moralische Rolle, sondern als gelebte, sich entwickelnde Identität.