Conditio Humana I

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Als conditio humana werden die Bedingungen oder Umstände des Menschseins im Allgemeinen bezeichnet, meist in Abgrenzung zum Tier. Was macht den Mensch zum Menschen? Ist es die Sprache? Die Vorstellungskraft? Welches ist die conditio humana im Bezug zur künstlichen Intelligenz? In einem Monolog lasse ich hier eine (fiktive) KI dies erörtern.

Ausgangpunkt dieser Arbeit war ein Bericht über einen neuen Meilenstein in der Entwicklung von Künstlicher Intelligenz: 2019 sei es Forschern erstmal gelungen eine KI zu entwickeln, die im Pokern gegen fünf reale Profispieler gewonnen hat. Alles in Allem erfordert dies besondere Fähigkeiten, die künstliche Intelligenz auf die nächste Evolutionsstufe katapultieren.

Ist am Ende eine KI der bessere Mensch?

Tänzer: Dominic Feistmantl

Premiere: Fassadenprojektion in Buenos Aires / Argentinien am 17.December 2022

Memento

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2016 / 2022,

Video mit Ton, Animation, 5:08 min

mp4-Datei, Format 16:9,

Limitierte Auflage: 5 + 2AP, verfügbar.

Eine Variation aus 25 Standfotos einer tanzenden Person generiert eine künstliche Choreografie. Sie tanzt zu einem Rhythmus, der in gleicher Weise aus natürlichen und künstlichen Tönen generiert wird. Eine Metapher über die Vergeblichkeit des Lebens.

Tänzer: Dominik Feistmantl

Ausstellungshistorie (Auswahl):

2022 – dança em foco – Internationales Festival Video & Tanz

Rio de Janeiro / BRA

2022 – ART MUC, München

2022 – EIVV International Meeting on Video Dance and Video Performance, Valencia / ES

2019 – International Screendance Festival, Freiburg

2016 – International Video Art House Madrid

Phantom

„Menschen machen Fotos gegenseitig
Zu beweisen, dass sie wirklich existierten
Auf Nummer sicher zu gehen, dass sie da sind
Menschen machen Fotos gegenseitig
In dem Glauben, dass jene Momente
Für alle Zeiten lebendig blieben.“

Auszug aus: Menschen Machen Fotos gegenseitig, Die goldenen Zitronen

Klagelied

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2022,

Video mit Ton, Animation, 7:45 min,

Sprache: deutsch mit englischem Untertitel,

Limitierte Edition: 5 + 2AP.

In dieser künstlichen Unterwasserwelt schwirren unzählige kleine Irrlichter. Sie symbolisieren all die Menschen, die zwischen 2014 und 2022 auf ihrer Flucht nach Europa ertranken. Auf dem Grund dieses Meeres hören wir den Erzählungen von fünf jungen Flüchtlingen zu: Jayjay und Ismail aus Afghanistan, Zeeshan aus Pakistan, Abdi aus Äthiopien und Sulayman aus Gambia. Sie berichten von ihren Familien, von ihrer Flucht vor Gewalt, von ihren Hoffnungen und Träumen.

Das Wasser ist Lebensraum, Grenze und Grab. Als Teil eines globalen Ökosystems verbindet und trennt es Kontinente und Menschen, macht aber auch die Folgen politischer und ökologischer Krisen sichtbar. Die Arbeit verweist auf die enge Verflechtung von Flucht, Nachhaltigkeit und Klimawandel: Dürren, Überschwemmungen, schwindende Ressourcen und zerstörte Lebensgrundlagen verschärfen weltweit bestehende Konflikte und zwingen immer mehr Menschen zur Migration. Das Meer wird so zum Sinnbild einer ökologisch und gesellschaftlich miteinander verbundenen Welt, in der menschliches Handeln weitreichende Konsequenzen für Umwelt und Leben hat.

Mantra

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2022, Video mit Ton, Animation, 4:45 min

Ich beobachte meine Kinder beim Spielen. Ich suche in ihren Bewegungen, in ihren Worten nach Spuren meines eigenen Versagens. Werden sie der Maßstab sein, nach dem ich beurteilt werde?

Mantra ist ein experimenteller Kurzfilm, der über den Mythos der Mutterschaft nachdenkt. Was bedeutet es, eine „gute“ Mutter zu sein? Und wer entscheidet darüber?

Seit Jahrhunderten wird das Bild der Mutter von religiösen Idealen geprägt – in der westlichen Kultur vor allem von der Figur der Maria. Sie verkörpert männliche Fantasien von Keuschheit, Gehorsam, Selbstlosigkeit und bedingungsloser Hingabe – Tugenden, die auch heute noch in den patriarchalischen Erwartungen an Frauen nachklingen.

Doch dieses Bild beginnt zu bröckeln. Frauen verlangen nach Autonomie, Komplexität und Widersprüchlichkeit.

Mantra stellt ererbte Ideale in Frage und legt die Spannung zwischen innerer Wahrheit und äußerem Urteil offen. Eine Meditation über Mutterschaft – nicht als Mythos oder moralische Rolle, sondern als gelebte, sich entwickelnde Identität.

Die Anprobe

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Alte Fotografien in einem Familienalbum erwachen auf eigentümliche Weise zum Leben. Es sind meine Augen, die mich aus ihren Gesichtern ansehen. Ich „schlüpfe“ in meine Mutter wie in ein Kleidungsstück, dann in meinen Vater, meinen Bruder, meine Großmutter – eine Gestalt nach der anderen.

Wie fühlt es sich an, die Toten wieder lebendig werden zu lassen?

Es sind Menschen, mit denen ich tief verbunden war – ihre Geschichten wirken in mir weiter, ich bin ihr „Abkömmling“. Wer bin ich, und was haben sie aus mir gemacht? Lebt ein Teil von ihnen in mir fort?

Die Anprobe ist ein experimenteller Kurzfilm über Erinnerung, Herkunft und Identität – ein Versuch, sich den eigenen Wurzeln körperlich und emotional anzunähern, Bild für Bild.

Schwarzes Kopftuch

2013,

Fotoalbum, verschiedene Papiere, Acrylfarben, Gaze,

34 x 21 x 6 cm,

Video 2:20 min, mp4-Datei, Format 16:9,

Limitiert Auflage: 5 + 2 AP, verfügbar.

Ein altes Familienalbum ist gefüllt mit persönlichen geistigen Verbindungen zur Vergangenheit: Briefe, Bilder, Worte…. Es ist ein Versuch der Rekonstruktion, um die Vergangenheit mit den Mitteln der Gegenwart wiederherzustellen. Aber wie viel Wahrheit steckt darin? Und wie viel Utopie?

Je größer die zeitliche und örtliche Distanz zur Vergangenheit, desto mehr reduziert sich die Wahrheit auf das Wesentliche – eine Metapher über Raum und Zeit, über Heimat und Kindheit.

Das Kopftuch ist ein Symbol. Es erzählt von Weiblichkeit und Unterdrückung, von Tradition und Religion, von gestern und morgen. Das Kopftuch spielt in vielen Gesellschaften eine wichtige Rolle. In der Tat ist das schwarze Kopftuch das Auffälligste, an das ich mich aus meiner Kindheit als Angehörige der deutschen Minderheit in Rumänien erinnere. Es war ein sichtbares Zeichen der Ehe und des „Deutschtums“. Das Kopftuch begleitet mich auch heute noch in meinem Leben: gesellschaftlich, politisch, persönlich.

Dieses Werk ist als physisches Objekt oder Video verfügbar.

Hänsel

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In diesem Werk findet sich der Zuschauer in einer beklemmenden Situation von Orientierungslosigkeit, Unbehagen und Vorahnung wieder. Er wird im Unklaren über den Protagonisten, dessen Motivation für sein Handeln und dessen Bezug zum Raum gelassen. Gleichzeitig wird ihm eine unangenehme Nähe zum Geschehen zuteil, der er sich nicht entziehen kann. Kinderhände, Brotkrumen, Feuer und tote Insekten nehmen Bezug zu Grimms Märchen „Hänsel und Gretel“.