Homunculus

Der Begriff Homunculus (= lat. „Menschlein“) bezeichnet einen künstlich erschaffenen Menschen – und steht für den Menschheitstraum, ein Wesen nach eigener Vorstellung konstruieren zu können, und zwar mit Hilfe neuester Technik. Literarisch wurde diese Idee bereits in vielfacher Weise verarbeitet, so zum Bespiel in Mary Shelleys Frankenstein.

Heute sind wir dieser Idee so nahe wie nie zuvor. Im Zeitalter von Deep Learning sind es nicht mehr Alchemisten oder Wissenschaftler, sondern Programmierer, die künstliche Intelligenzen anlernen, menschenähnliche Gesichter selbstständig und täuschend echt zu generieren. Genial, unheimlich oder gefährlich?

In dieser Arbeit sehen wir uns einer Reihe solcher künstlicher Portraits gegenüber. Auf seltsame Weise kommunizieren sie mit uns: ihre Augen scheinen den Raum zu erkunden und ihre Mimik verändert sich. Das Erkennen von Gesichtern und das Verstehen von non-verbaler Kommunikation prägt uns als Spezies Mensch und als soziale Wesen. Wie reagieren wir aber, wenn eine KI versucht, genau diese Fähigkeit zu imitieren? Will sie uns täuschen? Mit uns kommunizieren? Uns testen?

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