Homunculus

StartKünstliche IntelligenzHomunculus

2022,

Video mit Ton, Animation,

6:27 min,

mp4-Datei, Format 16:9, 9:16, 1:1,

Limitierte Auflage: 5 + 2AP.

Seit jeher begleitet den Menschen die Vorstellung, künstliches Leben zu erschaffen. Der Homunkulus des Spätmittelalters – das „Menschlein“ – steht für diesen Wunsch ebenso wie für seine Ambivalenz. Heute kehrt diese Figur nicht als Körper, sondern als Bild zurück: als Projektion menschlicher Eigenschaften in technisch erzeugte Gesichter.

Mit den Entwicklungen der künstlichen Intelligenz entstehen seit den frühen 2020er-Jahren Porträts ohne biografische oder fotografische Referenz, die dennoch als vertraut erscheinen. Sie zeigen Gesichter, die nie existiert haben, wirken aber visuell plausibel.

„Homunculus“ (2022) setzt hier an. Die Arbeit konfrontiert den Betrachter mit animierten KI-generierten Porträts und legt ihre künstliche Herkunft von Beginn an offen. Dadurch verschiebt sich die Wahrnehmung: Ausdruck wird zugleich gelesen und dekonstruiert. Die Mimik verstärkt diese Ambivalenz, indem sie den Gesichtern Lebendigkeit verleiht und zugleich Irritation erzeugt.

Das Werk fungiert als Versuchsanordnung der Rezeption. Nicht die Technik steht im Zentrum, sondern das Zusammenspiel von Bild, Kontext und Wahrnehmung. Untersucht wird der Kippmoment zwischen Akzeptanz und Ablehnung: Wann wird das Gesehene als glaubwürdig angenommen – und wann verliert es diese Plausibilität?

Ausstellungshistorie:

2023 – TransHumance-Der Vernichtung des Selbst entgegen, Lavagna / IT

2023 – Uncanny Valley // Das unheimliche Tal, Augsburg

2022 – 74. Große Schwäbische Kunstausstellung, Augsburg