Klagelied

2022, Animation, 7:28 min

In dieser künstlichen Unterwasserwelt schwirren unzählige kleine Irrlichter. Sie symbolisieren all die Menschen, die zwischen 2014 und 2022 auf ihrer Flucht nach Europa ertranken. Auf dem Grund dieses Meeres hören wir den Erzählungen von fünf jungen Flüchtlingen aus Afghanistan, Pakistan, Äthiopien und Gambia zu. Sie berichten von ihren Familien, von ihrer Flucht vor Gewalt, von ihren Hoffnungen und Träumen.

Das Audiomaterial wurde mit freundlicher Genehmigung des Jungen Theaters Augsburg zur Verfügung gestellt.

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Schlaf gut, Liebes

2022, Videoinstallation, 3:46 min

Ist dies eine Gute-Nacht-Geschichte? Wohl kaum!

„Mutter“ ist eine Sinnbild für „Fürsorge“. Aber was bedeutet Fürsorge, was eine „gute“ Mutter zu sein? Vielleicht gibt es universelle Kritterien, die frei von sozio-kultureller Prägung sind. Tatsächlich aber wird das Muttersein von gesellschaftlichen Konventionen geprägt, die – über die Zeit betrachtet – nicht immer gleich waren.

Von einem alten Familienalbum und einem Märchen der Gebrüder Grimm inspiriert entwickelt sich hier eine Geschichte, die mich nachdenklich macht.

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Das Verlorene Paradies

Mein Vater zeichnet ein Bild seiner Kindheit, welches von historischen, aber auch sehr persönlichen Ergeignissen geprägt ist. Sein Selbstbild von ihm als Kind und mein Bild von ihm als altem Mann verschmelzen zu einer Art Persönlichkeitskollage.

Die Audioinstallation ist eine Komposition aus einem fragmentierten Interview, Feldaufnahmen, Rezitationen verschiedener Gedichte (u.a. „Paradies Lost“ von John Milton, gelesen von Tom O’Bedlam) und entfremdeten Musiksequenzen. Der Ton wird von synchronisierten Bild- und Videosequenzen begleitet.

Erzähler. Johann Kassnel (1932 – 2020)

Rezitator: „Tom O’Bedlam“

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Utopia wohnt nebenan

„Unser erstes gemeinsames Projekt war Utopie wohnt nebenan. Wir entdeckten zufällig, dass wir unsere Vergangenheit auf demselben Gebiet und auf ähnliche Weise erforschten: Er zeichnete die Erinnerungen seiner Großmutter an ihre Kindheit in Wien auf, ich die Erinnerungen meines Vaters an seine Kindheit in Timişoara. Als wir feststellten, dass es eine gemeinsame, in der Geschichte verankerte Verbindung zwischen den beiden Städten gibt, hatten wir die Idee, einen utopischen Ort zu schaffen, an dem der Osten auf den Westen trifft, an dem die Vergangenheit auf die Gegenwart trifft. Die Soundscape-Komposition mit Feldaufnahmen der beiden Städte und Interviews mit unseren Verwandten wurde am 27. Dezember 2015 auf Ö1 Kunstradio – Radio Art gesendet. Dies war ein neues Betätigungsfeld für mich. Während ich eine Diashow für das Projekt erstellte, ermutigte ich Gerald, nach Wien zu reisen, um einige Bilder dafür zu machen, wie ich es in Timişoara getan hatte. Ich glaube nicht, dass er jemals vorhatte, sich mit Fotografie zu beschäftigen.“

E.K-H In: Articulaction 2015, S.29
2015 / 2019, Gemeinschaftsprojekt mit Gerald Fiebig, Sound produziert für ORF Kunstradio, Uraufführung 27.12.2015, 22:30 min

„25 Jahre nach Ende des Kalten Krieges ist vielerorts wieder eine große politische Distanz zwischen Westeuropa (z.B. Österreich) und Osteuropa (z.B. Rumänien) auszumachen. Allein schon an den historischen Wahlverwandtschaften zwischen den Städten Wien und Timişoara lässt sich festmachen, dass dies ein Zerrbild ist. Für das Stück Utopia wohnt nebenan bewegen sich die Autor_innen durch die beiden Städte, inspiriert vom situationistischen Konzept der psychogeographischen Erkundung. Ausgangspunkte des ‚Umherschweifens’ sind jeweils die Stadtteile Innere Stadt und Josefstadt (die es aufgrund der gemeinsamen Geschichte in Wien und Timişoara gibt). Aus den dabei gesammelten Fieldrecordings und Fotografien komponieren sie die Klang-Bild-Landschaft einer utopischen Stadt, in der der Gegensatz von West und Ost außer Kraft gesetzt ist. In die Komposition eingewoben sind O-Töne mit Zeitzeug_innen, die sich an solidarisches Zusammenleben in ihrer Heimat in Wien bzw. Timişoara unter schwierigen sozialen und politischen Bedingungen in unterschiedlichen Phasen des 20. Jahrhunderts erinnern. Die Zitate werden anhand gemeinsamer thematischer Motive in einen dialogartigen Bezug zueinander gesetzt, die den Blick auf den „Überschuss des Möglichen im Wirklichen“ (Ernst Bloch) der realen Geschichte von Österreich und Rumänien eröffnen. Die Sprecher_innen sind Friederike Brenner (geboren 1923 in Mödling bei Wien) und Johann Kassnel (geboren 1932 in Jahrmarkt bei Timişoara).“

Gerald Fiebig
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