Schlafes Bruder

2022, Animation, 3:00 min

Die Arbeit zeigt 12 Fotografien von vier Tänzerinnen. Erst in der schnellen Abfolge dieser Fotografien und ihrer konstruierten Reihenfolge entsteht eine künstliche, sich scheinbar endlos wiederholende Choreografie. Dieser Tanz ist eine Metapher auf das sich stetig mühevoll drehende Lebensrad, an dessen Ende der Tod als Befreiung steht – ein Memento-mori!-Tanz.

Text: aus der Kreuzstabkantate von Johann Sebastian Bach („Komm, o Tod, du Schlafes Bruder, komm und führe mich nur fort; löse meines Schiffleins Ruder, bringe mich an sichern Port!“)

Tänzerinnen: Silvana Lemm, Therese Madeleine Thonfors, Natalie Farkas

Was bleibt am Ende eines Lebens?
Zwei Zahlen und dazwischen ein kurzer schwarzer Strich
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Christian Boltanski
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Klagelied

2022, Animation, 7:28 min

In dieser künstlichen Unterwasserwelt schwirren unzählige kleine Irrlichter. Sie symbolisieren all die Menschen, die zwischen 2014 und 2022 auf ihrer Flucht nach Europa ertranken. Auf dem Grund dieses Meeres hören wir den Erzählungen von fünf jungen Flüchtlingen aus Afghanistan, Pakistan, Äthiopien und Gambia zu. Sie berichten von ihren Familien, von ihrer Flucht vor Gewalt, von ihren Hoffnungen und Träumen.

Das Audiomaterial wurde mit freundlicher Genehmigung des Jungen Theaters Augsburg zur Verfügung gestellt.

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Schlaf gut, Liebes

2022, Videoinstallation, 3:46 min

Ist dies eine Gute-Nacht-Geschichte? Wohl kaum!

„Mutter“ ist eine Sinnbild für „Fürsorge“. Aber was bedeutet Fürsorge, was eine „gute“ Mutter zu sein? Vielleicht gibt es universelle Kritterien, die frei von sozio-kultureller Prägung sind. Tatsächlich aber wird das Muttersein von gesellschaftlichen Konventionen geprägt, die – über die Zeit betrachtet – nicht immer gleich waren.

Von einem alten Familienalbum und einem Märchen der Gebrüder Grimm inspiriert entwickelt sich hier eine Geschichte, die mich nachdenklich macht.

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Childhood Must Be Beautiful

2022, Video, 3:50 min

Nachdenken über den Mythos „Mutterschaft“.

Was bedeutet es, eine „gute“ Mutter zu sein?

Wer legt den Maßstab fest?

Das Mutterbild wird seit Jahrhunderten in jeder Kultur von religiös motivierten Idealen geprägt, deren westliches Vorbild Maria ist. Sie verkörpert männliche Macht-Phantasien von Keuschheit, Unterwürfigkeit, Selbstlosigkeit und von bedingungsloser Loyalität – Eigenschaften, die auch heute noch das Frauenbild in nahezu jeder patriarchalen Gesellschaft prägen.

Dieses Bild ist brüchig und beginnt sich zunehmend aufzulösen. Frauen wollen selbstbestimmt sein.
Aber was bedeutet es eine „gute“ Mutter zu sein?
Nachdenken über den Mythos „Mutterschaft“…

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Die Anprobe

2022, Videoinstallation 3:00 min

Ich probiere verschiedene Identitäten an, wie ich Kleidungsstücke anprobiere. Es sind Menschen, die ich kannte und deren Geschichte ich als „Abkömmling“ fortsetze. Wer bin ich und was haben sie aus mir gemacht? Lebt ein Teil von ihnen in mir weiter? Für den Augenblick dieser Installation werden sie durch mich wieder lebendig.

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Schwarzes Kopftuch

2013, Fotoalbum, verschiedene Papiere, Acrylfarben, Gaze, 34 x 21 x 6 cm,

Ein altes Familienalbum ist bestückt mit gedanklichen Verknüpfungen an die Vergangenheit: Briefe, Fotografien, Texte… Es ist ein Versuch der Rekonstruktion. Das Zurückholen der Vergangenheit mit Mitteln der Gegenwart. Aber wie viel Wahrheit ist darin noch enthalten? Und wie viel Utopie spiegelt sich darin wider? Denn Erinnerung ist eine Mischung aus Wahrheit und schmückendem Beiwerk. Je größer die zeitliche und räumliche Distanz ist, desto mehr reduziert sich der Wahrheitsgehalt auf einen Bodensatz. Was bleibt ist das Wesentliche – eine Metapher über Zeit und Raum: Kindheit und Heimat.

Dieses Werk ist als physisches Objekt oder Video verfügbar.

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Indizien

Das Fotoalbum ist eine Metapher des Zweifelns an der eigenen Existenz – eine Dokumentation von Spuren, die wertlos wird, wenn sich niemand mehr an die Geschichten hinter den Bildern erinnert. Ich habe dieses Fotoalbum auf dem Flohmarkt gekauft und neu bestückt – ein Archiv von Spuren mit Geschichten, die sich jedem Betrachter auf eigene Art erschließen.

Dieses Werk ist als physisches Objekt oder Video verfügbar.

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Das Verlorene Paradies

Mein Vater zeichnet ein Bild seiner Kindheit, welches von historischen, aber auch sehr persönlichen Ergeignissen geprägt ist. Sein Selbstbild von ihm als Kind und mein Bild von ihm als altem Mann verschmelzen zu einer Art Persönlichkeitskollage.

Die Audioinstallation ist eine Komposition aus einem fragmentierten Interview, Feldaufnahmen, Rezitationen verschiedener Gedichte (u.a. „Paradies Lost“ von John Milton, gelesen von Tom O’Bedlam) und entfremdeten Musiksequenzen. Der Ton wird von synchronisierten Bild- und Videosequenzen begleitet.

Erzähler. Johann Kassnel (1932 – 2020)

Rezitator: „Tom O’Bedlam“

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Hänsel

2019, Kurzfilm, 5:57 min

In diesem surrealistischen Kurzfilm findet sich der Zuschauer in einer beklemmenden Situation von Orientierungslosigkeit, Unbehagen und Vorahnung wieder. Er wird im Unklaren über den Protagonisten, dessen Motivation für sein Handeln und dessen Bezug zum Raum gelassen. Gleichzeitig wird ihm eine unangenehme Nähe zum Geschehen zuteil, der er sich nicht entziehen kann. Kinderhände, Brotkrumen, Feuer und tote Insekten nehmen Bezug zu Grimms Märchen „Hänsel und Gretel“.

Diese Arbeit verweist auf David Finchers Film „Se7en“ und „Streets of Crocodiles“ der Brüder Quay.

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