Rückkehr ins Paradies

Rückkehr ins Paradies wurde zu einer Zeit geschrieben, als ich viel auf Autobahnen unterwegs war, meist als Beifahrerin. Ich hatte immer meinen Fotoapparat dabei, um mir die Zeit zu vertreiben. Aber irgendwie zog mich etwas an, was mir beim Fotografieren passierte: Es reizte mich wie eine Jägerin, sofort zu reagieren und die Motive mit der Kamera festzuhalten, während das Auto zügig weiterfuhr. Die zufälligen Orte und die abstrakten und diffusen, aber sehr klaren Bilder schienen perfekt geeignet, um repräsentative Orte zu visualisieren, die nicht mehr mit einem bestimmten Ort, sondern mit einer bestimmten Zeit assoziiert werden. Da ich mich selbst als kontrollierten und konzentrierten Menschen bezeichnen würde, wurde es mehr und mehr zu einem Konzept, die Kontrolle dem Zufall zu überlassen und mit den Ergebnissen zu improvisieren.“

E.K-H In: Articulaction 2015, S.28

2015, Animation, 3 x C-print, 20 x 20 cm

Neben dem biblischen Paradies gibt es viele „Paradiese“: Kindheit oder Heimat beispielsweise sind Sehnsuchtsorte, die mehr zeitlich verortet sind als räumlich. Die einzige Möglichkeit, in diese Paradiese zurückzukehren, besteht darin, sich zu erinnern. Der Erinnerungsprozess ist jedoch unterschiedlichen Störungen ausgesetzt. Dieser Vorgang ist vergleichbar mit der Suche nach dem richtigen Radiosender, der durch überlagerte Frequenzen oder statische Geräusche gestört wird. Ebenso ist das Gedächtnis nicht immer zugänglich sein. Oft gibt es nur vage Bilder, die ein hohes Maß an Interpretation erfordern.

Ortsverschiebungen, Neue Gallerie im Höhmannhaus, Augsburg, 2017, Ausstellungsaufbau

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