Drum Bun

2012,

Kollage, Mischtechnik auf Papier,

7-teilig,

je 30 x 42cm,

rückseitig signiert,

Unikate, verfügbar.

„Drum Bun“ (rumänisch: „Gute Reise“) verweist auf eine Bewegung zwischen Vergangenheit und Gegenwart.

Die Installation besteht aus sieben Papierarbeiten, die aus Collagen unterschiedlicher Papiere, Briefen und Zeichnungen aufgebaut sind. Sie hängen frei im Raum und reagieren auf Luftbewegungen der Besucher*innen. Durch ihre Rotation entziehen sie sich einer stabilen Ansicht; einzelne Fragmente treten hervor, andere verschwinden.

Erinnerung wird hier nicht als gespeicherte Einheit verstanden, sondern als Prozess der Montage und Verschiebung. Die Kombination heterogener Materialien bildet eine Struktur, in der sich Bild, Schrift und Zeichnung überlagern und gegenseitig überschreiben.

Die Arbeit macht Erinnerung als instabiles, körperlich wahrnehmbares Gefüge erfahrbar: als fortlaufende Rekonstruktion, die nie zu einem abgeschlossenen Bild gelangt.

2014, Ausstellung zum Aichacher Kunstpreis, Rauminstallation

Rückkehr ins Paradies

StartErinnerung

2015,

Installation,

Video mit Sound, 3:33 min, 3 C-Prints auf Aludibond, je 20 x 20 cm,

mp4-Datei, Format 16:9, 4:3,

Limitierte Auflage: 5 + 2AP, verfügbar.

Neben dem biblischen Paradies gibt es viele „Paradiese“: Kindheit oder Heimat beispielsweise sind Sehnsuchtsorte, die mehr zeitlich verortet sind als räumlich. Die einzige Möglichkeit, in diese Paradiese zurückzukehren, besteht darin, sich zu erinnern. Der Erinnerungsprozess ist jedoch unterschiedlichen Störungen ausgesetzt. Diesen Vorgang vergleiche ich mit der Suche nach dem richtigen Radiosender, der durch überlagerte Frequenzen oder statische Geräusche gestört wird. Ebenso ist das Gedächtnis nicht immer zugänglich. Oft gibt es nur vage Bilder, die ein hohes Maß an Interpretation erfordern.

3 C-Prints auf Aludibond

Ausstellungshistorie:

2017 – Ortsverschiebungen, Neue Galerie im Höhmannhaus, Augsburg

Utopia wohnt nebenan

„25 Jahre nach Ende des Kalten Krieges ist vielerorts wieder eine große politische Distanz zwischen Westeuropa (z.B. Österreich) und Osteuropa (z.B. Rumänien) auszumachen. Allein schon an den historischen Wahlverwandtschaften zwischen den Städten Wien und Timişoara lässt sich festmachen, dass dies ein Zerrbild ist. Für das Stück Utopia wohnt nebenan bewegen sich die Autor_innen durch die beiden Städte, inspiriert vom situationistischen Konzept der psychogeographischen Erkundung. Ausgangspunkte des ‚Umherschweifens’ sind jeweils die Stadtteile Innere Stadt und Josefstadt (die es aufgrund der gemeinsamen Geschichte in Wien und Timişoara gibt). Aus den dabei gesammelten Fieldrecordings und Fotografien komponieren sie die Klang-Bild-Landschaft einer utopischen Stadt, in der der Gegensatz von West und Ost außer Kraft gesetzt ist. In die Komposition eingewoben sind O-Töne mit Zeitzeug_innen, die sich an solidarisches Zusammenleben in ihrer Heimat in Wien bzw. Timişoara unter schwierigen sozialen und politischen Bedingungen in unterschiedlichen Phasen des 20. Jahrhunderts erinnern. Die Zitate werden anhand gemeinsamer thematischer Motive in einen dialogartigen Bezug zueinander gesetzt, die den Blick auf den „Überschuss des Möglichen im Wirklichen“ (Ernst Bloch) der realen Geschichte von Österreich und Rumänien eröffnen. Die Sprecher_innen sind Friederike Brenner (geboren 1923 in Mödling nähe Wien) und Johann Kassnel (geboren 1932 in Jahrmarkt bei Timisoara).“ (Gerald Fiebig)