Wailing Song

2022, Animation, 7:28 min

Countless small will-o‘-the-wisps buzz in this artificial underwater world. They symbolise all the people who drowned between 2014 and 2022 on their flight to Europe. At the bottom of this sea, we listen to the stories of five young refugees from Afghanistan, Pakistan, Ethiopia and Gambia. They talk about their families, their flight from violence, their hopes and dreams.

The audio material was made available with the kind permission of the Junges Theater Augsburg.

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Klagelied

2022, Animation, 7:28 min

In dieser künstlichen Unterwasserwelt schwirren unzählige kleine Irrlichter. Sie symbolisieren all die Menschen, die zwischen 2014 und 2022 auf ihrer Flucht nach Europa ertranken. Auf dem Grund dieses Meeres hören wir den Erzählungen von fünf jungen Flüchtlingen aus Afghanistan, Pakistan, Äthiopien und Gambia zu. Sie berichten von ihren Familien, von ihrer Flucht vor Gewalt, von ihren Hoffnungen und Träumen.

Das Audiomaterial wurde mit freundlicher Genehmigung des Jungen Theaters Augsburg zur Verfügung gestellt.

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Mütter und Söhne

In fast allen Gesellschaften, in denen Kindstötung praktiziert wird, sind insbesondere weibliche Kinder betroffen. Die Tötung weiblicher Kinder tritt üblicherweise in patriarchalischen Kulturen auf, in denen es eine starke Präferenz für Männer und eine Entwertung von Frauen gibt.

Wikipedia

Es gibt eine besondere Beziehung zwischen einer Mutter und ihrem Sohn – so sagt man. In vielen Gesellschaften werden männliche Nachkommen als wertvoller betrachtet als weibliche. Im Jahr 2015 habe ich jeden Tag eine Postkarte aus meiner Sammlung bearbeitet – meist Motive mit Maria und Jesus. Am Ende waren es 365 Kollagen über Mutterschaft und Kindheit.

Dies war ein Jahresprojekt angeregt von Antje Fischer, realisiert gemeinsam mit Antje Fischer und Marlies Achermann-Gisinger. Alle Arbeiten dieses Projektes wurden in der gemeinsamen Ausstellung „Ansichtssache“ in Münsingen der Öffentlichkeit präsentiert.

Ausstellung Ansichtssache, Münsingen 2015
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Mothers and Sons

In almost all societies where infanticide is practised, female children are particularly affected. Female infanticide usually occurs in patriarchal cultures where there is a strong preference for men and a devaluation of women.

Wikipedia

There is a special relationship between a mother and her son – they say. In many societies, male offspring are considered more valuable than female. In 2015, I processed a postcard from my collection every day – mostly motifs with Mary and Jesus. In the end, there were 365 collages about motherhood and childhood.

This was an annual project suggested by Antje Fischer, realized together with Antje Fischer and Marlies Achermann-Gisinger. All works of this project were presented to the public in the joint exhibition „Point of Opinion“ in Münsingen.

Exhibition Point of Opinion, Münsingen 2015
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Utopia wohnt nebenan

„Unser erstes gemeinsames Projekt war Utopie wohnt nebenan. Wir entdeckten zufällig, dass wir unsere Vergangenheit auf demselben Gebiet und auf ähnliche Weise erforschten: Er zeichnete die Erinnerungen seiner Großmutter an ihre Kindheit in Wien auf, ich die Erinnerungen meines Vaters an seine Kindheit in Timişoara. Als wir feststellten, dass es eine gemeinsame, in der Geschichte verankerte Verbindung zwischen den beiden Städten gibt, hatten wir die Idee, einen utopischen Ort zu schaffen, an dem der Osten auf den Westen trifft, an dem die Vergangenheit auf die Gegenwart trifft. Die Soundscape-Komposition mit Feldaufnahmen der beiden Städte und Interviews mit unseren Verwandten wurde am 27. Dezember 2015 auf Ö1 Kunstradio – Radio Art gesendet. Dies war ein neues Betätigungsfeld für mich. Während ich eine Diashow für das Projekt erstellte, ermutigte ich Gerald, nach Wien zu reisen, um einige Bilder dafür zu machen, wie ich es in Timişoara getan hatte. Ich glaube nicht, dass er jemals vorhatte, sich mit Fotografie zu beschäftigen.“

E.K-H In: Articulaction 2015, S.29
2015 / 2019, Gemeinschaftsprojekt mit Gerald Fiebig, Sound produziert für ORF Kunstradio, Uraufführung 27.12.2015, 22:30 min

„25 Jahre nach Ende des Kalten Krieges ist vielerorts wieder eine große politische Distanz zwischen Westeuropa (z.B. Österreich) und Osteuropa (z.B. Rumänien) auszumachen. Allein schon an den historischen Wahlverwandtschaften zwischen den Städten Wien und Timişoara lässt sich festmachen, dass dies ein Zerrbild ist. Für das Stück Utopia wohnt nebenan bewegen sich die Autor_innen durch die beiden Städte, inspiriert vom situationistischen Konzept der psychogeographischen Erkundung. Ausgangspunkte des ‚Umherschweifens’ sind jeweils die Stadtteile Innere Stadt und Josefstadt (die es aufgrund der gemeinsamen Geschichte in Wien und Timişoara gibt). Aus den dabei gesammelten Fieldrecordings und Fotografien komponieren sie die Klang-Bild-Landschaft einer utopischen Stadt, in der der Gegensatz von West und Ost außer Kraft gesetzt ist. In die Komposition eingewoben sind O-Töne mit Zeitzeug_innen, die sich an solidarisches Zusammenleben in ihrer Heimat in Wien bzw. Timişoara unter schwierigen sozialen und politischen Bedingungen in unterschiedlichen Phasen des 20. Jahrhunderts erinnern. Die Zitate werden anhand gemeinsamer thematischer Motive in einen dialogartigen Bezug zueinander gesetzt, die den Blick auf den „Überschuss des Möglichen im Wirklichen“ (Ernst Bloch) der realen Geschichte von Österreich und Rumänien eröffnen. Die Sprecher_innen sind Friederike Brenner (geboren 1923 in Mödling bei Wien) und Johann Kassnel (geboren 1932 in Jahrmarkt bei Timişoara).“

Gerald Fiebig
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Muster

2016, Videoinstallation, 9:50 min

Die Natur wird durch Chaos als treibende Kraft bestimmt, die zur Ordnung führt. Die stärkste Form der Ordnung ist ein Muster bzw. ein Rhythmus.

Teil eins
Muster sind regelmäßig wiederkehrende Strukturen, die aus Modulen in vordefinierter Reihenfolge und Wiederholung generiert werden. Als Individuen und soziale Wesen werden wir auf natürliche Weise von Mustern beeinflusst: Herzschlag und Atem haben einen Rhythmus (auditives Muster). Der genetische Code ähnelt einem Muster. Der Stoffwechsel wird durch „Muster“ bestimmt: Nährstoffaufnahme, Transport, Transformation und Ausscheidung – sowie der Verlauf der Natur: Frühling, Sommer, Herbst und Winter – Geburt, Wachstum, Fortpflanzung und Tod. Wir umgeben uns mit Mustern: Tapeten, gemusterte Textilien, Musik, Tanz, Bräuche, Verhalten. Muster geben uns Sicherheit, weil sie vorhersehbar sind.

Teil zwei – die Maschinerie
Muster helfen dem Einzelnen auch, sich harmonisch in die Gesellschaft einzufügen und einen Beitrag zu ihrem Erfolg zu leisten. Diese Tatsache macht uns Maschinen ähnlich. Diese funktionieren, weil Antriebe und Zahnräder bestimmten Mustern folgen und so die Maschinerie in Bewegung halten.

Teil drei – Perpetuum Mobile
Wir sind Teil eines Systems, das aus Individuen besteht, die nach Mustern funktionieren. Wenn ein Teil ausfällt, wird es durch ein anderes Arbeitselement ersetzt – ein Prinzip, das ein System in ständiger Bewegung hält.

Tänzer: Alessandra La Bella, Jennifer Ruof, Silvana Lemm, Therese Madeleine Thonfors, Natalie Farkas

„Rhythmus ist schließlich das wiederholte Muster selbst – der Code und die Schleife. Und dazu tanzen wir alle. Wir tanzen zu einer Choreografie, die in der Benutzeroberfläche vorprogrammiert ist. Diese Choreografie hat Macht: Es sind die geplanten Kontrollbewegungen. (…) Aber wir machen wirklich nur die gleichen alten Bewegungen, die alle anderen auf der Tanzfläche aus ihren (scheinbar) frei fließenden Gliedern schieben. Wir tanzen und sind Teil der Choreografie der Kontrolle.“

Renee Carmichael/ fleeimmediately.com
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Postludium

2016, 7:30 min

„Ende 2015 besuchte ich das Gelände, das normalerweise nicht für die Öffentlichkeit zugänglich ist, zum ersten Mal. Die Atmosphäre der Metallkammern der Gasometer mit ihrer beeindruckenden Höhe, der seltsamen Akustik und den offensichtlichen Zeitspuren hat mich sofort angezogen. Es sah nach etwas Einzigartigem aus, das irgendwie konserviert werden muss.“

E.K-H In: Articulaction 2015, S.29

Das Video Postludium ist ein Nachruf auf das ehemalige Gaswerk in Augsburg / Oberhausen. Es zeigt einen geisterhaften Tanz in den leeren Räumen des Gebäudes, insbesondere eines historischen Gasometers vom Scheibentyp, das 1915 gebaut wurde, und eines anderen neueren Gasometers vom Scheibentyp („Gaskessel“). Diese Arbeit wirft die Frage auf, ob ein Gebäude ein Gedächtnis und damit auch eine Identität hat.

Das Stück „Echoes of Industry“ wurde im „Gaskessel“ aufgenommen.

Tänzerin: Alessandra La Bella

Sound: Gerald Fiebig, Christian Z. Müller

Inro-video: Oliver Frühschütz

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Local Shiftings

An exhibition by Eri Kassnel, Jakob Krattiger and Gerald Fiebig

27.01. – 28.03.2017, New Gallery in the Höhmannhaus Augsburg

Contrary to popular usage, places are not only determined by their location in space, but also in time. This exhibition presents three artistic positions that start from the (photographic or auditory) documentation of real places. What all positions have in common is that they integrate the spatially clearly defined place into a process that shows: the place has different identities depending on the time in which one perceives it.

Gerald Fiebig

https://kunstsammlungen-museen.augsburg.de/ortsverschiebungen-eri-kassnel-jakob-krattiger-gerald-fiebi