Memento…Boltanski!

2016, 4:55min, fHD Video 16:9

Memento… Boltanski! “ ist ein Vanitas-Tanz auf die Sinnlosigkeit des Lebens.

Eine künstliche Choreografie wird durch Aneinanderreihung und Wiederholung von 25 Standbildern generiert. Ein Rhythmus wird durch Module natürlicher und künstlicher Geräusche gebildet (Wassertropfen und das Klappern einer Maschine). Eine flüsternde Stimme rezitiert „Das Begräbnis der Toten“ aus dem Gedicht „The Waste Land“ von T.S. Eliot

Im linken Teil des Bildschirms befindet sich ein statisches Bild, das auf den ersten Blick an ein sakrales Motiv erinnert, vielleicht an eine Art Altar. Tatsächlich ist es ein Tisch mit einem Vogelnest im Licht einer Neonlampe. Darin liegen kleine Vogel-Skelette.

Tänzer: Dominik Feistmantl


„Memento…Boltanski!“ is a vanitas dance on the futility of life.

An artificial choreography is generated by variation of order and repetition of 25 stills of a dancing Person. In the same way a rhythm is formed by moduls of natural and artificial sounds (water drops and a machinery’s chattering). A whispering voice recites “The Burial of the Dead“ out of the poem “The Waste Land“ by T.S. Eliot.

In the left part of the screen there is a static image that at first sight reminds us of a sacral motif, perhaps some kind of altar. In fact, it is a table with a bird’s nest in the light of a neon lamp. In it lie small bird skeletons.

Dancer: Dominik Feistmantl

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Muster

2016, Videoinstallation, 9:50 min

Die Natur wird durch Chaos als treibende Kraft bestimmt, die zur Ordnung führt. Die stärkste Form der Ordnung ist ein Muster bzw. ein Rhythmus.

Teil eins
Muster sind regelmäßig wiederkehrende Strukturen, die aus Modulen in vordefinierter Reihenfolge und Wiederholung generiert werden. Als Individuen und soziale Wesen werden wir auf natürliche Weise von Mustern beeinflusst: Herzschlag und Atem haben einen Rhythmus (auditives Muster). Der genetische Code ähnelt einem Muster. Der Stoffwechsel wird durch „Muster“ bestimmt: Nährstoffaufnahme, Transport, Transformation und Ausscheidung – sowie der Verlauf der Natur: Frühling, Sommer, Herbst und Winter – Geburt, Wachstum, Fortpflanzung und Tod. Wir umgeben uns mit Mustern: Tapeten, gemusterte Textilien, Musik, Tanz, Bräuche, Verhalten. Muster geben uns Sicherheit, weil sie vorhersehbar sind.

Teil zwei – die Maschinerie
Muster helfen dem Einzelnen auch, sich harmonisch in die Gesellschaft einzufügen und einen Beitrag zu ihrem Erfolg zu leisten. Diese Tatsache macht uns Maschinen ähnlich. Diese funktionieren, weil Antriebe und Zahnräder bestimmten Mustern folgen und so die Maschinerie in Bewegung halten.

Teil drei – Perpetuum Mobile
Wir sind Teil eines Systems, das aus Individuen besteht, die nach Mustern funktionieren. Wenn ein Teil ausfällt, wird es durch ein anderes Arbeitselement ersetzt – ein Prinzip, das ein System in ständiger Bewegung hält.

Tänzer: Alessandra La Bella, Jennifer Ruof, Silvana Lemm, Therese Madeleine Thonfors, Natalie Farkas

„Rhythmus ist schließlich das wiederholte Muster selbst – der Code und die Schleife. Und dazu tanzen wir alle. Wir tanzen zu einer Choreografie, die in der Benutzeroberfläche vorprogrammiert ist. Diese Choreografie hat Macht: Es sind die geplanten Kontrollbewegungen. (…) Aber wir machen wirklich nur die gleichen alten Bewegungen, die alle anderen auf der Tanzfläche aus ihren (scheinbar) frei fließenden Gliedern schieben. Wir tanzen und sind Teil der Choreografie der Kontrolle.“

Renee Carmichael/ fleeimmediately.com
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Postludium

2016, 7:30 min

„Ende 2015 besuchte ich das Gelände, das normalerweise nicht für die Öffentlichkeit zugänglich ist, zum ersten Mal. Die Atmosphäre der Metallkammern der Gasometer mit ihrer beeindruckenden Höhe, der seltsamen Akustik und den offensichtlichen Zeitspuren hat mich sofort angezogen. Es sah nach etwas Einzigartigem aus, das irgendwie konserviert werden muss.“

E.K-H In: Articulaction 2015, S.29

Das Video Postludium ist ein Nachruf auf das ehemalige Gaswerk in Augsburg / Oberhausen. Es zeigt einen geisterhaften Tanz in den leeren Räumen des Gebäudes, insbesondere eines historischen Gasometers vom Scheibentyp, das 1915 gebaut wurde, und eines anderen neueren Gasometers vom Scheibentyp („Gaskessel“). Diese Arbeit wirft die Frage auf, ob ein Gebäude ein Gedächtnis und damit auch eine Identität hat.

Das Stück „Echoes of Industry“ wurde im „Gaskessel“ aufgenommen.

Tänzerin: Alessandra La Bella

Sound: Gerald Fiebig, Christian Z. Müller

Inro-video: Oliver Frühschütz

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Flee Immediately!

„Flee Immediately! versucht, eine Welt zwischen Design, Kunst, Technologie, Kultur, Offline und Online zu erforschen… und definiert sich dabei ständig neu.“

Renée Carmichael

2016 nahm ich an einem experimentellen Online-Event teil, initiiert von Renée Carmichael – Künstlerin, Programmiererin und Tänzerin mit Schwerpunkt Tanz & Code. Die Veröffentlichung der Webseite, die von Renée programmiert worden war, fand online statt. Der Besucher wurde selbst Teil des Konzeptes Tanz & Code, da er mit seinen Fingern auf dem Tablett einer vorgegebenen „Choreographie“ folgte. Somit wurde er selbst zum Tänzer. Die Arbeiten auf der Webseite stammten von verschiedenen Künstlern und setzten sich im weitesten Sinn mit Tanz auseinander, so auch meine Arbeit: Eine Vorversion zu dem Video „Patterns“, das damals noch aus drei einzelnen Videos bestand.

www.fleeimmediately.com

Renées Idee passte genau zu meinem Konzept – oder war es genau umgegehrt? Auf jeden Fall muss ich ihren Worten nichts hinzufügen:

Schließlich ist der Rhythmus das sich wiederholende Muster selbst – der Code und die Schleife. Und wir alle tanzen dazu. Wir tanzen zu einer Choreographie, die in der Schnittstelle vorprogrammiert ist. Diese Choreografie hat Macht: Es sind die geplanten Bewegungen der Kontrolle.(…) Aber in Wirklichkeit machen wir nur die gleichen alten Bewegungen, die alle anderen auf der Tanzfläche aus ihren (scheinbar) frei fließenden Gliedmaßen herausdrücken. Wir tanzen, und wir sind Teil der Choreographie der Kontrolle.“

Renee Carmichael/ fleeimmediately.com

https://blog.fleeimmediately.com/yes-to-body-thinking-yes-to-dancing-e54500a817bc

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Flee Immediately!

„Flee Immediately! attempts to research a world in-between design, art, technology, culture, offline, online… and it constantly redefines itself along the way.“

Renée Carmichael

In 2016 I participated in an experimental online event initiated by Renée Carmichael – artist, programmer and dancer with a focus on dance & code. The release of the website, programmed by Renée, took place online. The visitor himself became part of the concept of Dance & Code, as he followed a given „choreography“ with his fingers on the tablet. In this way, he became a dancer himself. The works on the website came from different artists and dealt with dance in the broadest sense, including my work: a preliminary version of the video „Patterns“, which at that time still consisted of three individual videos.

www.fleeimmediately.com

Renée’s idea fitted my concept exactly – or was it exactly the other way round? In any case, I don’t need to add anything to what she said:

After all, rhythm is the repeated pattern itself – the code and the looping. And we all dance to that. We dance to a choreography that is pre-programmed into the interface. This choreography has power: it is the planned moves of control.(…) But really we are just making the same old moves that everyone else on the dance floor is pushing out of their (seemingly) free flowing limbs. We dance, and we are part of the choreography of control.“

Renee Carmichael/ fleeimmediately.com

https://blog.fleeimmediately.com/yes-to-body-thinking-yes-to-dancing-e54500a817bc

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